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Accept "Silver Moon" (Vital Records 2007)
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Diese Accept haben mit den deutschen Metallern nichts zu tun. Das japanische Trio Izu, Tai und Hisa spielt dezent progressiven Symphonic Rock. Wenn es auf "Silver Moon" auch bis 9 Minuten lange Songs gibt und instrumentale Eskapaden symphonische und melodische Vielschichtigkeit beweisen, sind die 12 Stücke doch eher liedhafter Natur. Jede Sekunde der 59 Minuten ist tief lyrisch, weich und kuschelig eingepackt. Akustische Gitarre, Synthesizer und Rhythmuscomputer entwerfen die im süßlichen Schönklang aufgehenden Songs. Soli der elektrischen Gitarre haben viel Hall und stehen wie ein Stern über den Stücken. Instrumental gibt es bombastischen Fantasy-Prog, der sich in der Ummantelung der Texte auch schon mal in der 80er Jahre Popmusik zuhause fühlt. Seltsamer Weise sind zwei Stücke plötzlich eher Depeche Mode als Marillion ähnlich, was mit dem gleichen Synthesizersound seltsam übereinstimmend klingt. "The Contact" und "Puer Aeternus", letzterer wie ein Mix aus Depeche Mode und Asia, sind wegen dieser Disko (?) - Verwandtschaft schlicht nicht zu ertragen. Anschließend streckt das Trio seine Fühler Richtung Ambient aus, spielt zarte elektronische Sounds, in denen perlendes Piano und verträumter Bass für leidliche Anmut sorgen.
Accept haben den Hauptgewinn gezogen. Sie haben es auf Anhieb geschafft, den kitschigsten, typischsten und esoterischsten Symphonic-Pudding zu spielen, dessen man im Universum der Töne soeben habhaft werden kann (…bis das nächste Projekt das Trio in dieser Hinsicht toppt, was so gut wie garantiert ist). Die Sounds und Harmonien sind in den ganz sanften Stücken kaum zu ertragen, eine Melodiesüße schwabbelt aus den Boxen, dass ich beginne, Angst um das Innenleben der Klangkörper zu entwickeln. Gewiss war die Einspielung der Songs, die klingen, als hätte eine britische Band in einem britischen Studio die schwülstige Arbeit getan, nicht einfach. Die Stücke sind instrumental vielschichtig und aufwändig, dabei aber dermaßen übertrieben lieblich, dass mir ganz schwummerig im Kopf wird beim "Genuss" der Klänge. Mit Rock hat das nichts zu tun. Mit Progressive Rock ebenso wenig. Was mag in den Köpfen der Musiker vorgegangen sein, als sie über 17 [!] Jahre diese Songs entwickelten? Zuviel Enigma gehört? Zuviel Fernsehpausenmusik gelauscht?
poseidon.jp
VM
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