Ashes Of Chaos „Eye“ (logic(il)logic Records 2013)


Endlich mal wieder eine innovative Progressive Metal Band; natürlich können auch Alexios Ciancio (Gesang), Mike Crinella (Gitarre und Chorgesang), Stefano Galassi (Bass), Francesco Gabrielli ( Schlagzeug und Chorgesang) sowie Giorgio Gori (Studio-Keyboards) das Rad des Fortschritts nicht neu erfinden, es gelingt ihnen aber zumindest, einige neue Akzente bezüglich der Kombination diverser Musikstile zu setzen. Das Konzeptalbum thematisiert äußerst interessante Fragestellungen, die man sich als Teil einer präapokalyptischen Gesellschaft stellen (sollte), damit die bereits deutlich sichtbaren Anzeichen künftiger globaler „Verwerfungen“ aufgrund eines konzertierten Handelns möglichst stark abgemildert werden. In kompositorischer Hinsicht bedient sich die Band großzügig im musikalischen Gemischtwarenladen; es werden Einflüsse aus Kirmesmusik, Klassik, Funk (Rhythmik), Death und Black Metal (Gesang; Alexios ist ein wahres Chamäleon und hat sowohl Damian Wilson und Mike Patton als auch Daniel Gildenlöw eingehend studiert!) und noch so einigen Kategorien mehr zu einem stimmigen Ganzen, das an einen Film für die Ohren mit knisternden Spannungsbögen erinnert, verarbeitet. So gibt es galoppierende Blast-Musik, die in balladeske Parts mündet wie auch einige hitverdächtige Melodielinien, die absolut kitschfrei sind und deshalb keineswegs in die Rubrik „metallisch glänzende Kinderlied-Refrains a la Hammerfall“ gehören. Die Instrumentalisten verstehen ihr Handwerk allesamt ebenso gut wie Alexios sein Mundwerk, was die Freiheitsgrade während des Komponierens immens erhöht, da man allerorten aus dem Vollen schöpfen kann. Als Vergleiche fallen mir die Band Pain Of Salvation in ihren Anfangstagen, Symphony X oder in punkto Atmosphäre Mr. Bungle ein. Passt alles zusammen wie Fist Up-On Eye!

ashesofchaos.com/en/band.html

Frank Bender




Zurück