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At War With Self - Torn Between Dimensions (Free Electric Sound/Laser's Edge 2005)
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Alle Achtung, was haben wir denn hier? At War With Self ist ein Projekt um Glenn Snelwar (Gordian Knot). Er hat sich mit Michael Manring (Bass) und Mark Zonder (Schlagzeuger bei Fate's Warning) zusammengetan, um instrumentalen, verspielt-düsteren Rock zu spielen, der auch mal kleine Fingerzeige in Richtung Fusion und Progressive Rock/Metal gibt. Wenn es ruhiger zugeht, versprüht At War With Self einen dicken Hauch Flamenco. Das hört sich verdammt vielseitig an, und so ist es auch. Obwohl die Songs sehr vielschichtig aufgebaut sind, wirken sie mehr wie ein lockerer Jam, der mühelos als schillernder Regenbogen davonfließt. Überraschend aktiv beteiligt sich Manring mit dem Viersaiter am Geschehen, seine einfallsreichen Basslinien stechen stets hervor. Snelwar hat fast alle Stücke selbst komponiert und bedient die akustischen und elektrischen Gitarren; so richtig interessant wird es aber, wenn er wie in 'A Gap In The Stream Of Mind' Mandoline und E-Bow verwendet. Mit letzerem lässt sich mittels eines Magnetfeldes eine Gitarrensaite endlos lange zum Schwingen bringen und so diverse beachtliche Effekte erzeugen. Klar: Das ist vor allem Snelwars Spielwiese. Dennoch - Die Kreativität all dieser Musiker ist auf gar spiritistische Weise, so homogen und selbstverständlich, in einer Art magischem Energiefeld vereint, dass es mit einer gewaltigen Aufmachung imponieren kann und doch grazil davonschwebt. Es scheint, als hätten diese 3 Mannen nie etwas anderes getan, als gemeinsam Musik zu machen. Bei den Solos schimmern manchmal Fripp-Einflüsse durch. Die instrumentalen Ausflüge von Porcupine Tree kommen mir ebenfalls nicht selten in den Sinn. Richtig Dampf ablassen tut das Trio aber nie. Hier und da ein paar heavy Riffs, die heimlich wieder abebben und Platz für akustische Klänge freigeben. Das Outro von 'A Gap...Part 2' ist geprägt durch elektronische Klangfelder und schrille Saitenklänge, die zweifellos in einen SciFi-Film passen könnten.
Und doch, bei all der überwältigenden Farbenpracht, ein Sänger hätte At War With Self wirklich gut getan. Die Stücke können fesseln, aber nicht kontinuierlich. Sie kommen oft etwas richtungslos und leise daher. Gesang hätte da gezielt Akzente setzen können. Natürlich kein allzu energischer, aber eine Stimme wie die von Steven Wilson wäre toll gewesen. Und wäre dem nebelhaft-mystischen Flair zugute gekommen. Ungeachtet dessen eine tolle Platte mit Anspruch und von großer Ästhetik, die sich konsequent weigert, in irgendeine Schublade gesteckt zu werden - eine oft für sich beanspruchte, aber selten berechtigte Tatsache. Hier passt sie. Bitte mehr davon!
'Torn Between Dimensions' wird im hübschen Digipak veröffentlicht, das Cover hat Travis Smith designt und ist dementsprechend ein Kunstwerk für sich. Ich bin höchst gespannt, was sich Glenn Snelwar als nächstes einfallen lässt.
glennsnelwar.com
Timo
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