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Derek Bailey "To Play - the blemish sessions" (Samadhisound 2006)
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Derek Bailey war einer der größten und intuitivsten Free Jazz Gitarristen. "To Play" ist auf Initiative David Sylvians zurückzuführen, der mit Derek Bailey ein Album aufnehmen wollte (und aufnahm), dessen Probesessions Derek Bailey solo spielte und aufnahm. Kurz nach Release des Bailey/Sylvian-Albums verstarb der Gitarrist, so dass die 8 Tracks auf "To Play" die zuletzt gespielten, unveröffentlichten Aufnahmen des Ausnahmegitarristen sind.
Die 8 Tracks, deren Namen fortlaufend von "Play 1" bis "Play 8" lauten, sind intime, melancholische, witzige, erfrischend abstrakte und "schräge" Tracks. In sich logisch und harmonisch aufgebaut, dabei von einiger Disharmonie und radikalen rhythmischen Struktur (die im Spiel der Gitarre nachzuvollziehen ist), haben die Plays nicht die Extravaganz eines Fred Frith, kommen dessen Intention auch nicht nahe, aber liegen in abstrakter Harmonik etwa gleich weit von allgemeinem Harmoniekitsch entfernt. Baileys Spielweise ist forsch und dynamisch, erstaunlich melodisch und von geradezu burschikoser, überraschend unterhaltsamer Art, nimmt sich in disharmonischen Ideen jedoch nicht zurück und überlässt es selbstbewusst der Toleranz des Hörers, sich mit den diversen Brüchen, Ecken und Kanten auseinanderzusetzen. Die akustischen Solostücke sind für Bailey-Fans und Avantgarde-Interessierte ganz besonderer Stoff, wer akustische Gitarre mit Paul Simon oder Joe Pass gleichsetzt, wird überrascht sein.
samadhisound.com
VM
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