Bangtower spielen coolen, knackfrischen, satten Hardrock alter Schule mit einigen süffigen Jazzrock-Anteilen. Die Herren sind Walter Garces (dr, perc), der zwischen Poprock, Hardrock, Heavy Metal und Jazzrock schon alle Felder mitten im und jenseits von Mainstream bestellt hat, Neil Citron (g, keys), der Gitarrenvirtuose mit Instrumentalalben und Grammy in der Tasche ist nebenher auch im Korean Kung Fu geübt (das er mit Chuck Norris trainiert) und Percy Jones (b, keys), wohl- und weltbekannter Bassist, der vor allem mit Brand X Jazzrock-Geschichte schrieb und dessen Projekt- und Session-Arbeiten unzählig und hochqualitativ sind.
Drei erfahrene Recken, ein alt gedientes, gut abgehangenes Genre und ein schräges Cover sind nur der Auftakt zu acht mehr oder weniger improvisativ klingenden Instrumentaltracks, die sehr lebendig sind, satt und heavy rocken und gut im Ohr hängen bleiben. Die Songs sind zeitlos arrangiert, die Inspiration kommt aus der Zeit der guten alten 70er Jahre, doch was an Instrumentalklustern und Breakgewittern stattfindet, ist ganz im Heute angesiedelt. Metallische Ansatzpunkte bringen den Kreissägefaktor ein, schneidende Gitarrensoli mit mal bluesigem, mal jazzigem Touch stiefeln über die Rhythmusfrakturen hinweg, die Groove mal Komplexität nehmen, hier Basis sind und da überaus engagiert knüppeln. Während Percy Jones ungeahnt leise im Off dämmert, bis er dran ist und sich den Weg frei spielt. Sein ganz typischer Stil hat in jedem Song seinen Part, sein Solo, seine melodische Führung, währenddessen die Gitarre im Off träumt und das Schlagzeug stur auf Antrieb bleibt.
Das Trio arbeitet gleichberechtigt, jeder nimmt sich mal zurück, lässt den anderen an den Bühnenrand, zuckelt im Background herum, bis vorn wieder der Platz frei ist und die nächste Attacke im Sturm genommen wird.
Keiner der Songs sticht besonders hervor, alle gehen gut ab und bleiben hängen. Es wird nie schräg, nie besonders komplex, nie abgefahren ausgefallen, alles ist hammermäßig relaxt und kreissägenlässig. Was an Keyboards stattfindet, ist eher Raumfüllung, bunte Kleckse an der Tapete, mal etwas zu fett im Klang, mal funky Fuge, dann witzige Jazzrock-Inkarnation. Nichts ist schlecht und macht Spaß längst alles durchweg. Ein Klassiker wird die Platte indes nicht, zu locker und cool ist der stete Ton, für die einen sind die Songs zu bluesy, für die anderen zu jazzig, die dritten mögen mehr Komplexe und die weiteren von letzteren gar keine. Sitzt nicht zwischen den Stühlen, dieses "Casting Shadows", macht sich halt keinen Bock, wie's ankommen mag; macht just. Und kommt gut damit rüber.
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VM
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