Blueneck "The Fallen Host" (Denovali Records, VÖ: 10.11.2009)

Sie bezeichnen ihre Musik auf ihrer Myspace Seite als Alternative Ambient. Ambient ist der minimalistische Sound, ebenfalls von großer Monotonie, tief dunkler, düsterer Monotonie, die in ihrer abgründigen Kühle den Hang zu großflächiger Ödnis in sich trägt. Der Sound der in Bristol, Großbritannien beheimateten Band geht auch als Post Rock durch und wird Fans von warum auch immer bekannteren Bands wie Mogwai, Godspeed! You Black Emperor, Sigur Rós oder, um weiter auszuholen, früheren Pink Floyd gefallen.
Die ausgedehnten Songs haben diese entspannt verlorene Melancholie, dunkelste Atmosphäre, in der die Gitarre und der Sänger laszive, melodisch eher dünne Songs beginnen, in die in weiter Ferne, irgendwann, schließlich die Band einbricht, um so etwas wie radikale Rasanz zu entwerfen. Ein Echo davon. Das als Hall durch den riesigen Raum zieht, keine Basis kennt, kein Ziel, und nur als Idee, nicht als Song seinen besonderen Eindruck macht.
Kaum etwas passiert, und doch kriecht im Laufe der Minuten wie taktile Berührung Gänsehaus den Rücken hoch.
Duncan Attwood (voc, g, p), Ben Green (g), Ben Paget (b) und Johnny Horsewell (dr) spielen Traummusik, und wie mag die wohl nur im Konzert auf der Bühne, direkt vor dem Publikum funktionieren? Die Lärmepen, aus nichts entwickelt als ein paar losen Melodiefäden, kratzig und harsch wie eine Explosion am fernen Horizont, die bis nach ihrer Eruption erlöschen und nicht als sphärische Echos übrig lassen, die noch ein paar Minuten oder ganze nachfolgende Songs funktionieren, haben ihre Tiefe, ihren emotionalen, und stilistischen Grund.
Laszive Songs, die eher Weltraum-inspiriert und entrückt klingen, als dass sie so etwas wie Rockmusik sind. Silence is the new loud. Für Emotions-Ästheten.

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VM



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