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Phillip Boa & the Voodooclub live am 07.November 2003 im Alten Schlachthof Dresden
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Let me entertain you
Was ist nicht alles schon über Sinn und Unsinn der Superstar-Shows philosophiert worden? Eines ist inzwischen so sicher wie das Amen in der Kirche: Die wahren Superstars finden sich weniger in TV-Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar" als in den Clubs und Konzerthallen der Republik. Einer von ihnen sorgte besonders in den neunziger Jahre mit Indie-Pop-Hits wie "This is Michael" und "Kill Your Idols" für Furore. Die Rede ist von Phillip Boa, der am 07.11. im Dresdner Alten Schlachthof zu Gast war. Er kam nicht allein: Neben dem Voodooclub stand nach jahrelanger Abstinenz seine Ex-Lebenspartnerin Pia Lund wieder mit auf der Bühne.
Das Publikum war eine Mischung aus jung und alt. Wie der Meister selbst kommen auch seine Fans so langsam in die Jahre. Und so begann eine kleine Zeitreise in die Mitte der vergangenen Dekade.
Boa rockte wie wild. Und da waren sie wieder, die unverwechselbaren Sounds mit den genialen Schlagzeugbreaks. Und auch die boaesken, abgehackten Hand- und Armbewegungen fehlten nicht. "I dedicate my soul to you" - er sang es nicht nur, es schien wirklich so.
 Boa - in einen dunklen Anzug gekleidet - wirkte sehr entspannt, man konnte kaum glauben, dass da das (einstige) Enfant terrible des Indie-Pop auf der Bühne stand. Und er schlug neue, selbstkritische bis selbstironische Töne an. Etwa als er sich für die in den ersten Songs gemachten Fehler entschuldigte: "Bei den Superstars wäre ich jetzt schon raus gewesen." Oder als er in Anspielung auf seine Ansagen bemerkte: "Heute ist ein Teil von Robbie Williams in mir. Ich habe heute leichte Entertainment-Qualitäten."
Phillip Boas Musik ist handgemacht und schnörkellos, was sich auch live widerspiegelt. Der gesamte Fokus liegt auf den Songs. Videos oder Gogo-Girls wären da genau so überflüssig wie deplatziert. Außerdem: ein derart charismatischer Künstler wie Boa wirkt allein durch seine Präsenz.
Eine Tour hat immer auch die Funktion, die aktuelle Scheibe zu präsentieren und so erklangen in Dresden auch viele Stücke von der jüngst Veröffentlichung "C90". Obwohl das Album alles andere als schlecht ist (siehe review), reagierte das Publikum auf Titel wie "Slipstream" oder "Sunfeel" alles andere als euphorisch. Lag es daran, dass die neuen Songs noch nicht so vertraut sind oder aber haben sie nicht die Zugkraft der Mega-Hits? Bei "Container Love" & Co. jedenfalls schien die Halle zu kochen.
Bei Boa weiß man, was man hat - und so setzte "das Töten der Idole" den Schlusspunkt unter einen genialen Abend. Einziger Wermutstropfen: der Sound. Was da aus den Boxen kam, war meist nur eine breiige Masse. Schade, so war das Entertainment nicht ganz perfekt. |
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