Boil aXiom (ViciSolum Productions 2013)

Ausgekochte Jungs aus Ander(sen)land servieren uns Smörrebröd mit jeder Menge Filetstückchen, da ist jegliches Kochen überflüssig. Nix mit tonalem Matsch, yes! Die Alternative für Dänemark heiß-t Boil und stellt sich als Hybrid aus Alternative Rock und Prog Metal mit einer homöopathischen Dosis E(k)lektronik dar. Die Kompositionen der nicht zum Lügen fähigen Dänen klingen für mich wie Ton gewordene Gemälde Nicholas Roerichs und deshalb ist aXiom grundsätzlich ein aufhörenerregendes Werk, aufhören deshalb, weil es für manchen Mainstream-Hörer zu viel des Guten sein mag, wenn Bel-Canto, Bell-Man-do und Keif-Tanto zu einem Mahlstrom verschmelzen, der dem Rezipient ähnlich einem amalgamierten Pfropf nicht mehr aus dem Ohr geht, allerdings ohne zu kleben. Die Melodien sind hymnisch angelegt, jeder Musiker beherrscht sein Tool aus dem FF und nach dieser Band klingen Boil stellenweise auch etwas, wenn auch in einer kalzinierten Variante, die manchmal sogar ein wenig an die seligen FFF erinnert. Dazu noch einige verhallte Rufe der vor dem Schicksal warnenden Kassandra, alles in Wohlgefallen aufgelöst und mittels eines Alembik destilliert, das ergibt das Soundgebräu von Boil. Es wird nun höchste Zeit die Herren vorzustellen, als da sind Jacob Löbner (Stimme), Kristian Outinen (Bass und klassische Gitarre), Mikkel Ib (Schlagwerk und Samples) sowie Stig Nielsen und Kenneth Avnsted (Gitarren). Was bleibt noch zu sagen? Na, ganz schnell die Galoschen des Glücks angezogen und mittels des fliegenden Koffers mit dieser Scheibe im Gepäck ab durch die Mitte in den Garten des Paradieses, wo die kleine Meerjungfrau des Kaisers neue Kleider wäscht, um sie an Holger Danske zu verkaufen, der sich seiner Lumpen entledigt damit als Ole Luköje verkleiden möchte und dadurch selbst zum Lump wird.

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Frank Bender




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