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Tim Burness - Finding New Ways To Love (Expanding Consciousness 2004)
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Tim Burness ist kein Neuling im Musik-Business, aber wahrscheinlich doch weithin unbekannt. Mir war er bis zum Erhalt dieser CD auf jeden Fall vollkommen unbekannt und dabei war Burness bereits Anfangs bis Mitte der 80er Jahre mit seiner Band Burnessence aktiv. Die Band existierte von 1983 bis 1986 und veröffentlichte zwei LPs. Man bewegte sich im Umfeld des "New Wave of British Progressive Rock" und gab Konzerte zusammen mit Acts wie Pendragon oder IQ. Danach widmete sich Burness Soloaktivitäten (die in einer Single und einer EP mündeten) und u.a. dem Aufbau seines eigenen Plattenlabels "Expanding Consciousness". Eine weiteres Interessengebiet von Burness ist New Age-Musik und Astrologie...
Nun liegt also ein neues Solo-Abum vor, welches von Februar 2002 bis März 2004 entstand. Was kommt bei dieser Vergangenheit als neues musikalisches Lebenszeichen heraus? Tim Burness selbst spricht von "mix of contemporary melodic rock with ambient and global atmospheres", ich sage: Ein wirklich manchmal seltsames, manchmal interessantes, meist aber sehr gut hörbares - man höre und staune! - Pop-Album mit leichten Neo-Prog- und Ambient-Einschlägen.
Tim Burness singt und spielt Gitarre, E-Bow, manchmal Keyboards und Percussion. Unterstützt wird er dabei von Musikern wie Fudge Smith, Percussion, Drums (bekannt z.B. von Pendragon), Keith Hastings, Bass (war früher schon bei "Burnessence" dabei), Monty Oxy Moron, keyboards (bekannt von "The Damned"), Martin Franklin, Percussion (von der Ambient-Gruppe "Tuu", für die Burness bei einigen Alben Gitarrenparts eingespielt hat) und einigen anderen.
Vorherrschend sind wie gesagt eher kurze oder eigentlich normallange (manchmal hat man als Prog-Rock-Fan einfach kein Gefühl mehr für "normale" Songlängen) Pop-Songs, die mit intelligenten Melodien aufwarten können. Fast alle Songs werden von einem Hauch von Wehmut und Melancholie durchweht. Eigentlich die ideale Musik zum Ausklang des Sommers, der Soundtrack zum Träumen im Sonnenuntergang. In seiner charmanten Art des gitarren-orientierten Pops erinnert das Album vielleicht ein bisschen an das Solo-Album "13 Days" von Henning Pauly. Tim Burness ist nicht der allergrösste Sänger, aber er versteht es sein Songmaterial so zu gestalten, dass seine ruhige, rauchige Stimme dieses auch tragen kann.
Umrahmt werden diese Songs allerdings von allerlei Experimenten, die das Album dann vielleicht doch auch für der Prog-Head interessant machen. Das sind kleine Gimmicks, wie das Einzählen zu Beginn oder auch stark keyboardlastige Ambient- / New Age-Interludien wie "Unstoppable Waves Of Joy" (was tatsächlich ein bisschen ein Glücksgefühl transportiert) oder "Beneath The Surface". Die seltsamste Einlage (weil irgendwie so gar nicht auf dieses Album passend) kommt mit einem E-Piano-Solo von Gast Monty Oxy Moron.
Ein besonderes Schmankerl gibt es dann ziemlich am Schluss: Mit dem etwas mehr als fünfminütigen "Walk Through The Darkness" gibt es einen der besten Neo-Prog-Songs, die ich in letzter Zeit zum Hören bekommen habe. Dies beginnt schon mit "Mama"-like E-Drums und setzt sich rockiger Gitarre zu Breitwand-Keys fort. Ein toller Song! Solches Material hätte ich mir mehr auf diesem Album gewünscht.
Am Ende bleibt ein Album mit irgendwie edler Pop-Musik mit gelegentlichen schrägen Einlagen... fragt sich natürlich, wer wohl die Zielgruppe einer solchen Veröffentlichung sein könnte? Vielleicht Prog-Heads, die zwischendurch mal etwas locker-entspannendes hören wollen, das immer noch ein gewisses Niveau wahrt? Hört mal rein... auf der Band-Homepage gibts auch ein paar MP3s zum Testen.
timburness.com
Thomas Kohlruß
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