Clare Fischer Big Band "Pacific Jazz" (Clavo Records, 06.10.2014)


Auf ausführliche 74:36 Minuten bringen es die 13 Songs auf "Pacific Jazz" der Clare Fischer Big Band. Clare ist der Vater von Brent, und Sohn Brent produzierte das Album, ist, wie sein Vater selbst, als Keyboarder (und Malletspieler) aktiv, die beiden haben ähnlichen hohen Anteil an diesem großen gemeinsamen Werk, kompositorisch wie handwerklich, zudem als Arrangeure.
"Pacific Jazz" ist zusammengefasst ein Big Band Werk mit starken Einflüssen aus Funk und Fusion, zudem Blues, das tendenziell eher konservativ als progressiv wirkt, indes enorm flüssig und vital in allen seinen Facetten wirkt.
Die 'Band', das große Ensemble, hat die Songs bis in den Schlaf geübt, so dass bis in die letzte Ecke alle Ideen lebhaft und rasant ausgebaut sind. Fette Big Band Läufe, vitale Soli, satt rollender Rhythmus und allzeit lebhaftes Geschehen allüberall - die Chose macht Spaß und überzeugt. Zwar gibt und gab es Big Band Kollektive und Komponisten, die weitaus radikaler, wilder und extravaganter zur Sache gehen/gingen, aber da dies die Sache dieses Sohn-Vater-Gespannes nicht ist, darf dies hier nicht erwartet sein, zu konservativ allerdings ist "Pacific Jazz" keineswegs, eher altmodischen Geistes. Duke Ellingtons "Cotton Tail" war beim Meister himself radikaler zu hören. Selbst so ein Stück wie das Beatles-Cover "Eleanor Rigby" wirkt konservativ und 'alt' - da ist keine Patina, kein altvorgestriges Klima, es ist der Ansatz der Ensembleköpfe, dies ebenso zu wollen. Und in allem, was sie tun, die Chefs und das Ensemble, sind sie in ihrem Maß sehr gut und anregend.
7 Eigenkompositionen stehen 6 Covertracks gegenüber, die je im eigenen Geiste der Fischers umgesetzt sind. Nun, harmlos ist das nicht. Aber radikal ebenso wenig. Technisch ein Meisterwerk.

clarefischer.com
VM




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