Collision Process "Collision Process" (Eigenproduktion, 12.12.2011)

Der Birminghamer Mob Collision Process macht auf seiner Debüt EP keine Gefangenen. Die extrem druckvollen Progressive Death Metal Songs sind technisch komplex, radikal im stringenten Aufbau, erledigen die instrumentalen Finessen überwiegend im Growl-Vox-Bereich, um nur kurz darüber hinaus exzellente Progmetal-Arbeit zu liefern, wie sie im Progmetal kaum stattfindet, weil dort weniger nüchtern und mehr schwülstig gearbeitet wird. Collision Process machen ihrem Namen alle Ehre. Der Findungsprozess ist die Ausfällung der Kollision progressiver Arrangementvorstellungen und der aggressiven, kompromisslosen (!) Brutalität des Death Metal. Indes bleibt, was Death Metal, in der nicht geringen Komplexität weniger geradeaus, mit Zacken und Brüchen durchforstet. Zudem erreichen Collision Process nicht, wofür Meshuggah stehen: die beinahe Oberkante brutaler Härte im Komplexverbund. Aber wer kann das schon. Die Briten brauchen sich nicht zu verstecken, die Songs sind für geübte Ohren nachvollziehbar und gut komponiert, und wo Jazz und Prog sich entfalten, passieren ganz besondere Sachen, wie sie in der Ursuppe dieser Form bis Mitte der 1970er Jahre von King Crimson erfunden wurden.
Der die EP abschließende, mit über 5 Minuten längste Track "Divide" lässt im tatsächlichen instrumentalen Interplay plötzlich an Härte und Schärfe nach, um jazzmetallische, ultravertrackte Soli abzufeuern. Hört euch das nur an!

VM



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