Daturah "Reverie" (Golden Antenna, VÖ: 28.03.2008)

Ambient Metal - ist das kein Gegensatz in sich? Bei Daturah nicht. Die in Frankfurt am Main lebenden Flo Ebert (g), Mathias Heng (g), Patrick Bellinetti (dr), Benni Moeller (b), Sebastian Klimck (synth, samples) und Raul Gschrey (live visuals) lassen ihre monumentalen Kompositionen lyrisch verträumt in tiefer, sphärischer Melancholie dahin ziehen.
Die fünf großen Balladen gehen in ihren Zentren bombastisch auf wie ein Rausch und jagen sodann wie ein Orkan aus den Boxen, bis der dramatische Höhepunkt überschritten ist und die Kraft langsam nachlässt und verglüht. Die Stücke sind dabei wenig melodisch und stark minimalistisch geprägt, von tiefer Eingängigkeit und einiger harmonischer Blässe. Stimmensamples im Hintergrund und Synthesizerklänge runden das schwer rockende und zugleich wirkungsvoll ambiente Werk ab. Trotz aller Lautstärke und des Drucks des Schlagzeuges und der elektrischen Gitarren, trotz dieser donnernden Soundwand haben die 5 instrumentalen Songs eine unglaubliche Stille und entspannende Weite in sich. Die Atmosphäre der höheren Ebene hat Stil.
Ein Jahr hat die Band intensiv an der Musik gearbeitet, das ist diesem Monument an verträumter Bombastepik auch anzuhören. Jeder Ton sitzt, ohne dass die Songs perfektionistisch oder eingeebnet klingen, auf der Basis des differenziert und komplex getrommelten Rhythmus leben und beben 60 Minuten metallisch rockender Stille.

VM



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