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Dead Soul Tribe "same" (InsideOutMusic 2002)
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Wenn man es vom Standpunkt der typischen Bestandteile betrachtet, ist Dead Soul Tribe kein Prog Metal. Aber was heißt das schon. Chef der Band ist Devon Graves, einst als Buddy Lackey bekannt, Sänger der US-Metaller Psychotic Waltz. Adel Moustafa (dr), Roland Ivenz (bs) und Volker Wilschko (g) stehen Devon Graves ausgezeichnet zur Seite. Groovende, metallische Heavy-Stückchen, keines besonders lang oder kurz, keines von gewissen progressiven Typica überschwemmt, jagen aus den Boxen. Vor allem das druckvolle und perfekt gespielte Schlagzeug wissen zu beeindrucken. Aber auch Devon Graves Gitarre, rhythmisch von Volker Wilschko untestützt, weiß sich ins rechte Licht zu rücken. Der Bass hält die virtuosen und wilden Ausbrüche der Gitarre im Zaum und entwirft gemeinsam mit dem Schlagzeug einen bewegt geflochtenen Rhythmus, spannend bis kurz vorm Bersten, aber immer souverän und mit entspannten Zügen - allein die technische Kunstfertigkeit der Musiker ist eine Ohrenfreude. Der harte, metallische Rock wird immer dann von Sanftheit eingeholt und zu stiller Einkehr bewegt, wenn der Gesang einsetzt, der einen wahrhaft produktiven Kontrapunkt setzt. Zudem ist das Flötenspiel, in diesem musikalischen Umfeld eine Rarität, nicht dumm, sondern sehr ansprechend. Da flicht sich ein ungemein ausdrucksstarker Metal aus so unterschiedlichen Komponenten, dass es eine Freude ist. Sicher, progressive Typica haben sich hierher nur ansatzweise vererbt, mit schlichtem Heavy Metal hat Dead Soul Tribe gleichfalls wenig gemein und die Stimme Devon Graves könnte gleichfalls in einer New Wave- wie in einer Neo-Progressive-Rock-Band überaus passend sein. Diese Komponenten treffen sich jedoch in diesem einen Kontext, perfekt verschmiedet und grandios arrangiert. Wer Langeweile in der Rockmusik fürchtet, sollte das Album studieren. Musik hat kein Ende, im Gegenteil, genauso wie Kreativität nur wieder neue Kreativität gebiert, wenn man sie nur entfaltet, so entwirft Musik sich selbst immer wieder in neuen Facetten. Dead Soul Tribe können den Nerv der Zeit treffen. Qualitativ sind sie bestens gewappnet, die Kompositionen sind superb. Wir müssen es nur zulassen.
VM www.insideout.de
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