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Donkey "Stone" (Accretions 2007)
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Hinter Donkey verbergen sich die beiden "Laptoper" Hans Fjellestad und Damon Holzborn. Seit 1991 arbeiten die beiden Musiker sporadisch zusammen, "Stone" ist die dritte Platte des Duos. Ausgehend aus der freien Improvisation, wo sie zu Beginn noch "echte" Instrumente wie Piano oder Gitarre benutzten - tatsächlich sind die beiden Laptop-Spieler "wirkliche" Musiker, die wirkliche Instrumente zu spielen in der Lage sind - sind sie nunmehr in die freie tonale Landschaft außerhalb jeder Norm gelangt. 5 Stücke sind auf der CD enthalten, die genau 50 Minuten lang ist. Das Duo nennt die harmonischen Strukturen "global sounds" und tritt damit live im Duo, solo oder in anderen Besetzungen auf.
Die beiden in diesem Feld geübten Avantgarde-Spezialisten geben keine Vergleiche zur "herkömmlichen" elektronischen Musik etwa von Tangerine Dream, Klaus Schulze oder anderer alter Vorbilder. Sie haben die Elektronik viel weiter entwickelt, haben Strukturen und Klänge gefunden, die nach Chemie klingen: das Brodeln einer Flüssigkeit im Reagenzglas, nach Physik: Laserstrahlen einer Amplitude während Labormessungen, nach Natur: stürmische Winde oder Geräusche aus zersplitterten Gebirgen, deren Natürlichkeit wie unwirklich, fast angsteinflößend klingen, nach Industrie: als hätten die beiden mit Mikrophonen bewaffnet in großen Werkhallen Maschinen- und Arbeitsklänge eingefangen: das Rotieren eines riesigen Bohrers, eines elektrischen Hammers, einer Schleifmaschine - das etwa ist der Film, der mir dabei durch den Kopf geht - und dabei sind dies alles nur Geräusche und Sounds, die aus den Laptops des Duos kommen, aus elektronischer Wurzel. Harsche, harte, weiche, melodische, abstrakte, witzige, erschreckende, zarte und düstere Töne, deren einzelner keinen Sinn, deren Gesamtklang aber eine neue Klangsprache erfindet: Elektro Avantgarde in seiner freiesten Ausführung.
Das Duo mixt keinen Techno-Rhythmus oder anderen harmonisierenden oder strukturell vereinfachenden Dinge in ihr Soundgeflecht, sie lassen einfach ihre Klänge sprechen - und haben Erfolg damit. Das Duo und die beiden Einzel-Laptoper arbeiten live erfolgreich weltweit, treten auf Jazzfestivals und solchen für Freie Improvisation auf, spielen mit Bands oder anderen Musikern zusammen und gelten als die "verrückten Wissenschafts-Improvisateure". Kein Wunder, klingen ihre "Songs" doch stets wie aus dem Labor, wie ein wissenschaftliches Experiment, ein zuhöchst interessantes Experiment, bei dem sie ungeahnt abstrakte und kernige Sounds erfinden, dabei aber auch allerlei harmonische Einflüsse zulassen, da klingt eine Partie mal wie Disko-Funk, eine andere wie eine sehnsüchtige Anspielung der Berliner Schule oder wie ein bekanntes Musikstück - Zufall? Will ich das so hören?
Es gibt eine Menge in diesen Sounds zu entdecken. Ich frage mich nur, wann endlich das Duo in das nördliche Stralsund kommt, um hier zu spielen - immerhin ist das hier der Mittelpunkt der Welt, oder will das jemand abstreiten? Bitte ausführlich begründen - und nicht im Internet abschreiben!
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VM
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