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Dynamic Lights - Shape (DVS Records 2005)
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Dynamic Lights erreichen uns aus dem mediterranen Italien. Warum klingt ihr dann so betrübt? Gibt doch alles bei euch...Meer, Sonne und so. Oder ist der skandinavische Touch beabsichtigt? Möglicherweise doch nur unterbewusste Inspiration, 'In the Hands of a Siren' legt nach halbminütiger Elektronikspielerei mit interessantem Geriffe los. In der Tat hat 'Shape' einiges an relevanter Substanz.
Zwei Dinge wissen hier trotzdem nicht so recht zu gefallen: Erstens das oft viel zu simple Schlagzeugspiel, das zumindest wenn es mal darf, auch beeindruckend komplex wird. Leider machen diese Stellen mehr einen Eindruck von On-Demand-Erfindungsgabe. Zweitens Sänger Matteo Infante, der oft überakzenuiert, zu laut wird. Ein kleiner Russell Allen schaut hervor, aber die Musik ist für solches Kaliber viel zu bedächtig. In Folge dessen raubt er den restlichen Musikern oft den Raum. Schade, darunter verbirgt sich viel interessantes. Fast stets präsent ist ein wunderschönes Piano, das mal nicht mit zehn anderen Keyboardschichten überlagert wird - in den Instrumentalpassagen bleiben so nicht selten bloß Klavier und die einfache Rockinstrumentation duellierend zurück Eine zugänglichere Version der Neoklassikrocker Winds, sozusagen. Von eingängigen Kompositionen lässt sich aber zu keinem Zeitpunkt sprechen - kein Song ist kürzer als 6 Minuten. In denen kann die musikalische Palette von Dynamic Lights manchmal ein wenig zu klein wirken, bis hin zu einer Art forcierten Entfaltung, wenn ein Break das nächste jagt. Die Italiener wissen das klug auszugleichen, sei es mit einer kurzweiligen, simpel gestrickten Groove-Passage in 'Going To Nowhere' oder den zwei Zwischenepisoden 'Density' und 'Connected'. Ersteres ist ein beeindruckendes Klaviersolo, das nach all den Auftritten quasi nur zu erwarten war. Keyboarder Giovanni Bedetti darf endlich mal die Sau rauslassen - auf höchstem technischen Niveau. 'Connected' ist eine nette und bei zwei Minuten Laufzeit erfreulicherweise äußerst knapp gehaltene Ballade, die andere Bands auf unnötige 8 Minuten gestreckt hätten. Auf ihrem Debüt haben die Südländer ihre Identität zu einem beachtlich großen Teil schon gefunden und auch gefestigt, eine gewisse künstlerische Integrität gleich von Anfang an bewahrt. 'Shape' wird so zu einer um so respektableren Anfangsleistung. Eines haben sie sich aber bestimmt vom Traumtheater abgeschaut, das den selben Clou lediglich über mehrere Werke verteilt: Die Zyklik des Albums, nach der das letzte Stück so endet, wie das erste beginnt. Stimmt, man kann sich über alles echauffieren.
dynamiclights.net
Timo
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