EDITORS, Live am 22.11.2009 im Alten Schlachthof Dresden

Auf Umwegen zum Glück

Der Abend beginnt mit Irritationen bei einer Reihe von Editors-Fans: Als sie an der Reithalle, der eigentlich geplanten Konzertlokalität, ankamen, stand da nur ein einsamer Sicherheitsmensch: "Ihr wollt zum Konzert? Da müsst ihr in den Alten Schlachthof fahren." Das sind mit dem Fahrrad gute 20 Minuten. Das Konzert wurde kurzerhand verlegt, aufgrund der riesigen Ticketnachfrage. Und so war der Alte Schlachthof mit wohl an die 2.000 Besucher nicht ganz ausverkauft, aber sehr gut gefüllt. Was dem einen (Fan) sein Leid, ist dem anderen (Band) seine Freud.

Mit Auftauchen der Musikersilhouetten dann sofort Begeisterungsschreie. Die Editors, im Sommer noch Vorband beim Dresdner Open-Air-Gig von REM, konnten ihre Fanschar signifikant vergrößern. Anteil daran hat mit Sicherheit der derzeitige Hit "Papillon", auf den sich die Halle aber noch bis fast zum Ende des Zugabenblocks gedulden musste. Vorher wurde der Rest des aktuellen Albums "In this Light and on this Evening" präsentiert. Und wie auf Platte so zeigte sich die Band auch live synthetisch-elektronischer als in der Vergangenheit. Zwischenzeitlich bedienten gleich drei von vier Musikern Tasteninstrumente. Eine Bereicherung, zumal nichtsdestotrotz an Gitarrenriffs und Drumbeats kein Mangel herrschte. Leider ließen sich die musikalischen Raffinessen aufgrund des besonders in der ersten Konzerthälfte unbefriedigenden Sounds nur erahnen. Frontmann Tom Smith hingegen war sehr deutlich präsent, nicht nur durch seine charismatische Ian-Curtis-Stimme. Er wirbelwindete mit seiner Klampfe über die Bühne, verkroch sich sitzend hinter dem Keyboard-Mikro, nur um Momente später am Stand-Mikro mit schlacksig-bizarren Körperbewegungen die Songs in emotionaler Gänze zu zelebrieren. Im Hintergrund erhielt er visuelle Unterstützung von einer bühnenbreiten LED-/Lichterwand.

Für die Alt-Fans wurden immer wieder Stücke der beiden Vorgängeralben "The Back Room" und "An End Has A Start" eingestreut, die sie mit Begeisterung honorierten. Und die Jung-Fans freuten sich am Ende über ihr Lieblingslied: "Papillon". Nach gut 100 Minuten sah man viele glückliche Gesichter am Merchandise-Stand und auf dem Heimweg, trotz nicht weniger melancholischer Klänge. Und verflogen war schließlich auch der Ärger über den zusätzlichen Weg früher an diesem Abend.


                                                   


                                                   


                                 





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Text: Stefan
Fotos: Cordelia



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