Exivious "Exivious" (Eigenproduktion 2009)

Exivious spielen nach eigener Aussage Fusionmetal, übersetzt: intensiven Jazzrock und komplexen Progmetal instrumental vereint. Tymon (g, Cynic), Michel Nienhuis (g, ex Sengaia), Robin Zielhorst (b, Cynic) und Stef Broks (dr, Textures) setzten sich keine Grenzen. Ihr Ziel war hundertprozentige kreative Freiheit. Ihr Debüt enthält 9 rein instrumentale Songs. Das Quartett erweist sich von der ersten Sekunde an als handwerklich äußerst versiert und geübt, ihre instrumentalen Fähigkeiten sind enorm. Ebenso ihr instrumentales Gespür für die Energie der Songs, für emotionale Betonungen, für melancholische Parts und rasante Solostrecken oder für komplexes Bandinterplay, wenn die ganze Truppe gemeinsam freie Radikale auffährt und diese als Spielball der Songelemente nutzt.
Alle vier sind Melodiker, jeder Mitarbeiter hat solistischen und melodischen Freiraum, der stets rasant und inspiriert intoniert wird. Die Songs klingen trotz ihrer enormen Komplexität locker, haben - für Geübte dieser Spielart - Eingängigkeit und Groove, ohne besonders darauf zu setzen. Ihre Ideen sind heftig und komplex und einfach gut, nicht platt oder tausendfach gehört, wenn viele Anteile der Songs auch bereits vorher da waren: bestimmte Gitarrenriffs und rhythmische Breaks - so, wie hier alles zusammengefügt ist, ist der Bandsound beeindruckend und eigenständig.
Die Jazzmelodik der Gitarren und des Basses sowie die vertrackte rhythmische Arbeit des Schlagzeugs sind gut verschweißt, die Songs haben genügend Idee und Energie zu begeistern. Die vollkommene Abwesenheit jedes Gesanges tut dem instrumentalen Inhalt insofern besonders gut, als die Virtuosen sich ohne Rücksicht auf Vokalstrukturen pausenlos austoben können. Vergleichbar ist die Band etwa mit Planet X, Counter-World Experience, 7 For 4, Behold… The Arctopus oder Dysrhythmia, hat jedoch eigene Qualitäten, eigenen Sound und ist keine Abfärbung bekannter Vorgaben oder Bands.
Das schön technische Album ist freilich nur etwas für Freaks dieser Spielart, wer stetes komplexes Spiel allgemein als Gedudel abtut, wird das bei Exivious auch tun, wer Radikalkomplexe zwischen Jazz und Rock/Metal sowieso langweilig oder öde findet, wird dies auch bei Exivious öde finden. Wer aber verrückt auf den Sound ist, darf sich auf ein hochwertiges, grandioses Album freuen, das viele Facetten hat, und neben dem heftigen Jazzmetalgebräu mit akustischer Melancholie überrascht und crimsoneske Radikalitäten in eigener Sprache intoniert.
Tipp!

exivious.net
myspace.com/exivious
VM





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