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Faceditch "Faceditch" (2003)
Caveman Shoestore "Super Sale" (2005, Build A Buzz Records)
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Diese beiden Produktion sind von Fred Chalenor (b, stick) und Henry Franzoni (dr) mit jeweils einem weiteren Musiker eingespielt worden. Das bereits vor zwei Jahren veröffentlichte Faceditch ist ein Projekt mit Neil Minturn (key), das sich zwischen Avantgarde Rock, softem und seltsam ungewöhnlichen Pop und Jazzfusion abspielt. Die 11 kurzen Tracks sind virtuos und komplex, verlaufen keineswegs in gängigen Bahnen und sind ungemein erfrischende Ansichten moderner, alternativer Rockkunst mit dem Hang zu abgefahrenen und reichlich "schrägen" Ideen. Die seltsamen Keyboardmotive und sich stetig brechenden Rhythmen auf einem durchgängigen Bassbeat sind mit Industriallärm und allerlei quietschenden und röhrenden Geräuschen angereichert und faszinieren ungemein. Dreiviertel der CD sind sehr unterhaltsam und frisch, die Songs spulen sich schnell ab und reizen dazu, ständig die Repeat-Taste zu drücken. Doch leider geht der CD zum Ende die Luft aus, die Frische geht verloren, die letzten Songs dämmern vor sich hin und erreichen längst nicht mehr den Witz und die Hingabe, mit der das Gros der Stücke eingespielt wurde. Dennoch ist die CD zu empfehlen, die langweiligen Songs sind absolut in der Unterzahl und die ungewöhnlichen Sachen sind bezaubernd und betörend, dass man sie nur unbedingt hören muss.
Das zwei Jahre später, just gerade jetzt veröffentlichte Projekt Caveman Shoestore, statt mit Neil Minturn nun mit Elaine DiFalco an Tasten, Vibes und Gesang, die neben allerhand analogen Keyboards auch den himmlisch schön klingenden Wurlitzer spielt, ist leider nicht im Ansatz so hinreißend wie Faceditch.
Plötzlich klingt die Band popversessen. Das genutzte Equipment kann allein nichts ausrichten, wenn auch tolle Wurlitzer Figuren und abgefahrene Vibraphonmotive gespielt werden, kann doch nicht ein Song diese eigenartige, liebevolle Schräglage und kuriose Widerspenstigkeit erreichen, die Faceditch so locker und frisch zu exerzieren wusste.
Dennoch aber ist sicher längst nicht alles in den komischen Popsongs verdorben. "Schräge" Motive gibt es allenthalben und einen hin und wieder an Thinking Plaque erinnernden Gesang, dazu so abgefahrene Texte, dass die Platte auf anderem Niveau Spaß macht. Doch leider irritiert das zu sehr auf Leichtgängigkeit und glatt geschliffene Poliertheit ausgerichtete Kompositionsgut und kann nicht überzeugen, weil zwar komische Figuren enthalten sind, aber die Grundstruktur zu konventionell geraten ist. Wer genau zuhört, darf mich Lügen strafen und in Stücken wie "How The West Was Wrong" oder "Pan The Goat God" passable Wildheit und unkonventionelle Attitüden entdecken, die große Freude machen. Das hoffe ich. Die CDs sind über den ausgezeichneten Avantgarde Mailorderversand No Mans Land zu beziehen.
buildabuzz.com
nomansland-records.de
VM
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