|
fates warning - fwx
|
Die Amerikaner waren weiter fleißig, auch nach der Veröffentlichung von 'Connected', das eine Vielzahl neuer Ideen und Einflüsse bot. Jetzt, 3 Jahre später, bringen sie mit 'FWX' das nächste Album heraus. Und gehen noch einen Schritt weiter. Das Terrain, dass sie auf den Vorgängeralben betraten, ist jetzt zwar nicht mehr so neu, aber dafür haben Fates Warning die experimentellen Aspekte weiter verfeinert (ohne sie noch mehr herauszustellen). Der Opener 'Left Here' beginnt zunächst besinnlich, Grillenzirpen, akustische Gitarre, dann die ersten elektronischen Spielereien. Ray Alders kraftvoller Gesang sticht wie immer hervor - die verglichen mit frühen Werken unauffälligere, aber immer noch erstklassige Gitarrenarbeit sorgt für eine düstere Spannung, die sich an einigen Stellen kurzzeitig komplett löst. Härter, wuchtiger ist man geworden, aber nicht durch Vereinfachung der Kompositionen. Es liegt mehr an den kürzeren Songs, jetzt müssen die selben
komplexen Arrangements auf kleinerem Raum Platz finden, die Songs werden somit intensiver, aber auch kurzweiliger. Mehrminütige instrumentale Overkills gehören der Vergangenheit an. Es macht die Musik nicht schlechter, im Gegenteil, ich glaube, es war einfach notwendig. Eine Evolution musste stattfinden, sonst hätten sich Fates Warning selbst zerstört.
Die Halbballade "Another Perfect Day" vergisst für 4 Minuten die stets bedrohliche, immer auf der Schwelle zu einer gewaltigen Explosion befindliche Atmosphäre, lockert 'FWX' auf intelligente Weise auf.
Und 'Stranger' ist einer der härtesten Fates Warning Songs, die ich je gehört habe, die schweren Riffs werden hier ein Stück leichter, grooviger und unbeschwerter. Das Spektrum der Band ist viel größer geworden. Nein, um auf der Stelle zu treten, wie viele andere ihrer Genrekollegen, ist diese Band auch viel zu intelligent.
Es hat etwas zufriedenstellendes, dass die Band auf 'FWX' immer noch so frisch und vielschichtig klingt, das kreative Herz der Band will einfach nicht zur Ruhe kommen. Und wenn die nächsten Platten weiterhin von so hoher Qualität sind, bleibt zu hoffen, dass
uns Fates Warning noch lange begleiten werden.
Timo Karp
Zurück
|
|