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FEHLFARBEN "Knietief im Dispo" (K7)
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Es ist 22 Jahre her, dass mit "Monarchie und Alltag" eines der, ja wenn nicht sogar das, wegweisendste deutschsprachige Rockalbum erschien. Jetzt haben die Fehlfarben, wieder in Originalbesetzung, ihre fünfte Platte veröffentlicht. Das wurde auch allerhöchste Zeit. Und zum Glück sind die Heroen von einst sie selbst geblieben. Anbiederung? Keine Spur. Die Texte von Sänger Peter Hein sind noch immer so ironisch und destruktiv wie damals. Nur dass sich die Ironie bisweilen versteckt hält. "Ich denk nur daran, dass ich mit dir vergessen kann". Und auch musikalisch sind sie sich treu geblieben. Wozu einen Trend bedienen. Fehlfarben überzeugen mit Ehrlichkeit. Wenn Peter Hein über momentane Zustände abkotzt, glaubt man ihm seine Wut. "Kreuz oder Halbmond, derselbe Beschiss". Wimmernde Gitarrengewitter oder astreine Melodien verstärken den gewünschten Gesamteindruck. Doch auch Elektronik kommt zum Einsatz. Sie verschmilzt mit den Gitarren, um dann als explosives Gebräu zu explodieren. So wie Hein manchmal zu explodieren scheint, wenn er seine Slogans hinaus schreit. "Sie nie nach vorn, was hab' ich denn da vorn verlor'n?" heißt es im letzten Song. Die Antwort auf "Es geht voran", den Bastard der Band. Längst missbraucht für die Glorifizierung einer Epoche, ganz zu schweigen von der Fehlinterpretation als Aushängeschild der Neuen Deutschen Welle. Es tut gut, dass es in Zeiten wie diesen wieder so ein Album wie "Knietief im Dispo" gibt. Dass jemand ungeschminkt sagt was er meint. Ungekünstelt und ohne pseudointellektuellen Anspruch. Die Fehlfarben haben sich zum rechten Zeitpunkt wieder zu Wort gemeldet. Hören wir ihnen zu!
fehlfarben.com
LARS
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