Guapo "Black Oni" (Ipecac Recordings 2005)

Just ein Jahr (oder so) ist es her, dass Cuneiform das letzte Baby Guapos gebar, und schon geht die Band wieder schwanger! Und nach schwanger kommt "Black Oni". Ipecac ließ es sich nicht nehmen, den hauseigenen Katalog mit dem Namen Guapo zu schmücken (oder ist es anders herum? Guapo freut sich, im gemütlichen Kreise der Ipecac Angehörigen zu Hause zu sein?).
"Black Oni" ist das 6. Album des Londoner Trios. Die Jungs waren wohl als Kinder zu oft im französischen Urlaub. Denn zwar haben sie einen eigenen Klang, aber die Wurzeln dieses Gebräus sind eindeutig auf ein ganz bestimmtes französisches Ensemble zurückzuführen, dass einst nach Kobaia ausgewandert war, um ein neues, fröhliches (!) Leben abseits dieser Schrott-Welt zu führen. Die Abgase des Fliegers haben schon so manche Band süchtig gemacht und nun, etliches an Jahren später, lassen sich Daniel O'Sullivan (keys, g, elctr), Dave Smith (dr, perc) und Matt Thompson (b, electr) in 5 Parts ihres instrumentalen Monster Werkes "Black Oni" über die Sucht aus, Zeuhl zu kreieren. Und weil Guapo aus grandiosen Musikern besteht, ist ihr eigener Ansatz in dieser gefährlich harten musikalischen Wildnis stark und selbstbewusst. Guapo klingen nicht wie Magma, wie sollten sie, so ganz instrumental. Und die vielen Verwandten, alle Teil des Avantrock, haben ihre Einflüsse in die Schöße und Hirne Guapos vererbt. Oxbow, Circle, Ruins, King Crimson, Boredoms, Goblin, Sun Ra, Univers Zero - und so weiter. Das hört nicht auf, nur ein paar dieser göttlichen Bands seien hier genannt. Alle klingen sie aus "Black Oni" heraus, und keines passt so richtig und wirklich. Guapo haben ihren eigenen Ansatz, ihre eigene Denke, ihr eigenes handwerkliches Geschick, ihre Kompositionen. Nichts in den 5 Parts der CD war vorher in ähnlicher Form da, alles ist neu und wild und harsch, wie ebenso harmonisch, lyrisch und von kompakter, intensiver Dichte und Grandiosität. Die Band ist mit ihren Alben gewachsen. Diese Dramatik und Würde erreichten erst die drei letzten Alben. "Black Oni" nun geht einen Schritt weiter und lässt selbst das von Cuneiform produzierte "Five Suns" hinter sich zurück (das längst noch nicht diesen freitonalen Jazz rockte!).
Zeuhl Fanatiker, Avant Rocker und Prog Süchtige der schrägen Natur brauchen nicht zögern. Kauft es, legt es ein, macht alles dunkel und verschwindet im Volumen der Orgie! Welch ein Rausch der Sinne… grandios…

ipecac.com
VM



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