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Gugu Flux "Satellitenavitagion" (Fluxtone 2008)
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Der Hamburger Künstler Gugu Flux ist in vielen Bereichen aktiv. Er ist Maler und Graphiker, macht Kunstdrucke und Musik. Gugu Flux liebt bunte Farben, das Ineinanderaufgehen und Aneinandergrenzen lichtbunter Farbspiele, das Verstecken von Bildern in Bildern. Und er hat eine CD veröffentlicht, die er komplett allein eingespielt hat, wie auf der kunterbunten Verpackung zu lesen ist. Stimme, Instrumente, Komposition, Arrangements: Gugu Flux.
Der einzige mir sofort auffallende unter den 14 Songs ist das zweite Stück, der Titeltrack, der mich an einen bekannten Popsong erinnert, auf dessen Namen und Autor ich auch grübeltechnisch schlicht nicht komme. Macht nix, der Song hat Atmosphäre, und wenn es einen verwandten Song gibt, so mag auch dieser ankommen.
Der 11. Track heißt "experimentalpopmusic". Mit den Leerzeichen zwischen Worten hat es der Multiinstrumentalist nicht so, dafür mit den Experimenten. Über allem schwebt verträumte, melancholische Stimmung, der die dunklen, satten und sanften Songs erliegen. Schlagzeug, elektrische Gitarren, pumpender Bass - manchmal wird es härter und düsterer. Und doch bleibt diese träge, schwelgerische Atmosphäre erhalten.
Die Songs können als Psychedelic Pop bezeichnet werden, zeigen ihre deutliche Vorliebe für alten Sixties-Klang, bevor die Klänge progressiv wurden, etwa um 1966 herum. Ähnlich waren die frühen Pink Floyd unterwegs, und gewiss war vor allem die aufgeregte und aufregende Londoner Undergroundszene ähnlich unterwegs wie Gugu Flux. Nur dass dieser seine Musik entspannt und soundwirksam gedeihen lässt und gewiss nicht diesen Druck verspürt, der die Musik damals explodieren ließ und ungeahnte Musikweiten aufmachte, die in diesem Weltall vordem so nie gedacht und gehört worden waren.
Seine Kompositionen sind eingängig und angenehm, haben Haken und Ösen, mit denen sie sich im Hörsinn derer festkrallen, die entspannten Rockexperimenten gern lauschen. Geschickt sind die Arrangements gewoben, nachvollziehbar und hochmelodisch die instrumentalen Strukturen, stets ansprechend, mit witzigen und überraschenden Parts, der Einsatz der Trompete gefällt mir dabei am allermeisten. In der Rockszene wird der Solist sich schwer durchsetzen können, Jazz- und Prog-Enthusiasten werden unterfordert sein. Und doch passt die CD längst nicht ins Esoteric-Fach. Für neugierige Querhörer, die es schräg und leise zugleich mögen. Wie war es doch noch gleich: Silence is the new loud?
guguflux.com
VM
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