Damon Holzborn "Adams & Bancroft" (Accretions 2005)

Selbst voreingenommene Geister werden verblüfft sein, mit welch schelmischer Phantasie Damon Holzborn sein jüngstes Album "Adams & Bancroft" eingespielt hat. Hier wird die Bühne zum Spielplatz der Töne. Der Klang der solo Electronics, welche das im Einzelnen sind, ist nicht weiter angegeben, entwirft ein emotional weit umfassendes Feld. Vor allem überwiegen verblüffend witzige und in ihrer Dichte, Menge und Virtuosität ungemein unterhaltsame Töne. Das ist Electro-Avantgarde, die nicht zu abgehoben und schwer ist, sondern von anmutiger Struktur und fast schon konventioneller Aussagekraft.
Vielschichtige Tonskalen umspielen sich, während melodische Soundfetzen coole Muster darunter setzen. Dann wieder blubbern und flattern konkrete Töne aus den Boxen, hier und dort an bekannte humoristische Motive ansetzend, um verspielt zu verklingen. Die Töne könnten einem Synthesizer entstammen, so klar und gewohnt ist ihr Klang. Und dann verwischt im nächsten Stück die Struktur und wird zu sphärischem Lauschen in das Weltall, etwas Phonographer-mäßig, aber gewiss künstlich erzeugt. Verfremdete Soundskulpturen flattern echogleich aus den Boxen wie Gesprächsfetzen, und es scheint, die Töne unterhielten sich.
Insgesamt ist "Adams & Bancroft" von breiter melodischer Fülle. Eher an konventionelle Musikstrukturen erinnernd, werden sich gewiss auch die nicht unbedingt am Abstrakten interessierten Electronicfreaks für diese CD erwärmen können. Wer diese traumhaften Sequenzen mit aller tonalen Witzigkeit und hörspielartigen Spannung beim zweiten Mal hört, wird süchtig oder flüchtig. Und eben weil die Soundstruktur von "Adams & Bancroft" so eingängig und harmonisch ist, kann die CD als guter Einstieg in die Welt der abstrakten Electronics gesehen werden. Mein Tipp!

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VM



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