Jack Dupon sind Teil der aktuellen Rock In Opposition Szene. Bandphilosophie der Franzosen, Texte, Performance auf der Bühne und in Videos sind wild und exotisch, abgefahren und szenetypisch schräg. Die Musik selbst ist ein Mix aus nicht ausgeflipptest komplexem Progressive Rock mit anarchischer Attitüde, moderner Jazz in Rock Verflechtung, die nicht Jazzrock ist, und Avantrock milderer Lesart. Was Progressive, hat Charme nicht schöngeistig, sondern punkig, was Jazz, ist der anspruchvollste Part mit Komplexen und verflixt rasselig coolen Ideen, was Avant, trottelt ausgeflippt, anarchisch und radikal durch erstaunlich lyrische und sanftmütige Themen.
Alte Parallelen wie Frank Zappa treffen nur marginal, hier haben die schrägen Bands der 90er Jahre ihre Spuren hinterlassen, und ganz klar baut die Band auf historisches Fundament, da schaut Henry Cow mal hervor, stecken (die psychedelischen Prä-Jazzrock-) Gong im songgenetischen Material, zieht ein Hauch alte King Crimson vorüber, viel mehr aber sind die Gene von Absolute Zero, French TV, Ne Zhdali, marginale, moderne Zeuhl-Spuren und zwischen Avant Prog und Noise Krach der avantgardistischen Alternative/Punk/Anarcho-Szene agierenden Bands zu hören.
Jack Dupon sind indes kein Klon, sondern haben ihre eigene Soundsprache. Rotzig und rüde ballern die Songs in ihre langen Minuten, dabei für RIO nicht besonders avantgardistisch und schräg, sondern von einiger progressiver Lyrik, und stets mit dem besonderen Kick. Hin und wieder gerät eine Partie etwas zu lang, weil viel Text zu absolvieren ist, den das Quartett gemeinsam brüllend und singend intoniert. Sobald es instrumental wird, brechen die Songs auf, wildert die Band ausgedehnt und genüsslich, kracht deftig zwischen banal und harsch, Jazz und Prog, Kunst und Katze. 7 Songs, 62 Minuten. Gut.
jackdupon.net
VM
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