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Jason Robinson "Cerberus Reigning" (Accretions 2010)
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Der erste Begriff, der mir zu den eigenwilligen und höchst unterhaltsamen Sounds auf "Cerberus Reigning" einfällt, ist: COOL!
Jason Robinson spielt Tenor- und Sopransaxophon, Altflöte und entlockt seinem Laptop elektronische Sounds. Der freie Improvisator nimmt auf, was er spielt und verfremdet die Klänge mit Software, so dass in manchem Fall nachher nicht mehr zu erkennen ist, auf welchem Instrument er zuvor die Klänge spielte. Opener "Broken Seals" ist ein - klangtechnisch völlig unbearbeitetes - Saxophonsolo, am ehesten noch als Jazz zu verstehen, keinem historischen Muster sich fügend, kein Stil als der der eigenen Empfindung. Und schon danach bleibt kaum etwas unbearbeitet. Zumeist mischen sich organische mit verfremdeten Klängen, gleich das zweite Stück "The Betrayal of Charon (Synchronous Aether)" ist ein Mix aus Saxophonspiel und brassigen Computersounds, die klingen, als stammten sie aus Nepal, den langen Hörnern, die tiefe Bässe hervorbringen, als seien sie Schiffssirenen. Sodann spielen verhallte Flötenorchester in elektronischen Flohbuden, neckt eine nervige Mundharmonika das Hühnersaxophon, steckt das Saxophon im Traktormotor, balgen sich freejazzige Saxophonläufe mit ihren synthetischen Brüdern, wird am Kurzwellensender gedreht, kommen Mikroben zu Gehör - und allerlei weitere seltsame wirkliche und unwirkliche Tonwesen.
Jason Robinson ist nicht nur ein exzellenter Saxophonist und Flötist, der seine Instrumente handwerklich wohl zu bedienen weiß, nicht nur ein Soundtüftler mit Idee und Sinn für ausgefallene, krude bis witzige Klänge, sondern zuerst ein Klangerfinder, der abseits aller ausgetretenen Pfade Klänge konstruiert, die Erstaunen machen, kein Stück bieder oder langweilig wirken und nach ein paar Sekunden oder Minuten zu neuen Ideen ansetzen, bis eine gute Stunde herum ist, Sturm und Drang sich gelegt haben, Düsternis und Übermut Klang fanden.
Für Neugierige!
jasonrobinson.com
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VM
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