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JULIETTE AND THE LICKS, Live am 09.11.2006 im Star Club Dresden
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Natural Born Rock'n'Roll-Braut
So spektakulär der Name, so unspektakulär der Konzertbeginn: Noch während die Pausenmusik dudelte, schlenderten erst die vier Musiker und dann sie selbst auf die Bühne: Juliette Lewis. Die eigentlich als Schauspielerin ("Kap der Angst", "Natural Born Killers", "From Dusk Till Dawn") bekannte 33-Jährige hat das Filmset gegen die Rock'n'Roll-Bühne getauscht. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Definitiv eine großartige Idee, auch wenn sie irgendwann gern wieder mal vor die Kameras zurückkehren darf.
Juliette und ihre Licks im mit um die 800 Leute ausverkauften kleinen Dresdner Star Club hieß von Beginn an, eine richtig dreckige Rock'nRoll-Party zu feiern - ganz so wie es schon in den Sechzigern und Siebzigern gern und exzessiv gemacht wurde. Genau an diese Dekaden fühlt man sich an diesem Abend hin und wieder erinnert, wenn man dem Sound der Combo lauscht, allein das Ganze klingt etwas frischer. Schon die (konventionelle) Besetzung - zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug - zeigt, was sich Juliette and the Licks auf ihre musikalischen Fahnen geschrieben haben. Und so bauen flotte Gitarrenriffs, ein dezenter Bass und geniale Drums das Fundament, auf dem sich Frau Lewis mit ihrer leicht whiskeygeschwängerten Stimme austoben kann. Das tut sie im wahrsten Sinne des Wortes. Ihr durchtrainierter Körper biegt sich einer Gerte gleich zum Rhythmus der Musik, plötzlich fällt sie auf die Knie und spielt Luftgitarre oder lässt ihr Haar wild durch die Luft wehen, um im nächsten Moment schon wieder an der Bühnenrampe zu stehen und ihr Publikum anzufeuern. Das zeigt an diesem Abend eine ungewöhnliche Vielfalt: jung wie alt, lang- wie kurzhaarig, männlich wie weiblich, szenig wie Stino - von allem ist etwas dabei. Und sie alle lassen sich anstecken von den positiven Vibes, die da von der Bühne wabern. Wer nicht abhottet, schaut der drahtigen Frau im Scheinwerferlicht dabei zu, wie sie immer mal wieder mit "ihren" Jungs flirtet. Oder wie sie von der Bühne hüpft und ein Roady Mühe hat, ihr das Kabel hinterherzureichen.
Alles wunderbar soweit - nur der Indianer-Kopfschmuck - inzwischen zu einem Markenzeichen der Amerikanerin geworden - ist Geschmackssache. Zwischenzeitlich legte sie ihn dann (glücklicherweise) ab, bei den Zugaben allerdings musste er wieder auf den Kopf. Ansonsten hatte man sich zu diesem Zeitpunkt von einigem textilen Ballast entledigt: Die Licks spielten oben herum nackt, Juliette selbst war nur noch mit einem knappen BH bekleidet. Das Zugaben-Outfit passte zu ihren lasziven Bewegungen, an denen sich die ihr zu Füßen liegenden Fans bis zum Konzertende erfreuen durften. Dieses war nach knapp 90 Minuten Vollgas unwiderruflich da. "I know it's only Rock'n'Roll but I like it!"
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