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Labelle "Nightbirds/Phoenix/Chameleon" (Sony 1974/75/76, BGO 2009)
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"Voulez-vous coucher avec moi ce soir?"
"Lady Marmalade" sollte der einzige große Hit der drei Soul-Chanteusen bleiben. Und mit dem Hit fängt die erste der beiden CDs des Doppeldeckers an, mit dem BGO die drei aufeinander folgenden Alben "Nightbirds" (1974), "Phoenix" (1975) und "Chameleon" (1976) präsentiert. "What Can I Do For You?" wurde ebenfalls ein Hit, ein kleiner im Vergleich zu dem Überflieger, der bis heute die Blutkörperchen tanzen lässt.
Patti LaBelle, Cindy Birdsong, Nona Hendryx und Sara Dash vereinten sich 1961 unter dem Namen ‚Blue Belles'. Schon im Frühling des folgenden Jahres hatten die Damen einen Hit, einige weitere folgten. Aus den ‚Blue Belles' wurde ‚Patti LaBelle & The Blue Belles'. Bis 1967 blieben die Songs der Band brav. Cindy Birdsong verließ die Schönen und ersetzte Florence Ballard bei den Supremes.
Erst 1971 verkürzte das verbliebene Trio seinen Namen zu Labelle. Die aufkommende Rockmusik hatte einen starken Sog, der bisherige biedere Soft-Pop der Damen wurde mit Funk- und Rock-Elementen angereichert, die Ladies schrieben eigene Songs, vor allem Nora Hendryx. Labelle legten sich Glitzerkostüme und ein modernes Image zu, sangen härter und brachten mitreißende Shows auf die Bühne. Sie arbeiteten mit verschiedenen Künstlern zusammen. Sie agierten als Anheizer für Rockbands, etwa The Who engagierten das Trio + Band.
1975 dann der Hit. "Lady Marmalade" jagte durch die Radiokanäle und brachte Labelle Gold ein.
Detailliert ausgearbeitete Bühnenshows mit energisch-mitreißendem Gesang, politischen Aussagen, erotischem Glitzerlook und zackigem Funk-Rock brachten viel Erfolg. Aber ein weiterer großer Hit folgte nicht. "Nightbirds" verkaufte sich extrem gut, die beiden nachfolgenden Alben blieben wie Blei in den Regalen liegen, obschon die darauf enthaltenen Songs den erstklassigen, ungemein lebhaften Gesang Labelles und flotte Arrangements haben, die tanzbar sind und in ihrer rassigen Eingängigkeit sofort ins Blut wie in die Beine gehen. Kitschballaden und Softrocker, Jazz-Phrasen, Stampf-Funk und Groove-satter Soul machen die großen Emotionen, die aber nicht überspringen wollten.
Das dritte Album, "Chameleon", hat viel Jazz im Funk, und dieses satte Disko-Feeling, das vor der großen Diskowelle noch einige instrumentale Komplexe zuließ. Die Songs sind mit 4 bis 8 Minuten erstaunlich lang und alles andere als doof, die Bläserphrasen samt Soli gehen gut ab, der Rhythmus ist zwar 4/4, aber nicht zu stampfig oder billig. Aber genau die Komplexität wird es gewesen sein, die den großen Erfolg verhinderte. Dafür tritt Patti Labelle heute noch auf Jazzfestivals auf, wo sie ihren Mix aus Jazz, Funk, Soul und Disko mit Verve und Energie zelebriert.
Die drei Alben sind digital remastert. Der Sound ist OK, wenn auch nicht überragend. Im Booklet gibt es den geschichtlichen Abriss der Band, ihres Anfangs und ihres Endes.
Geiler, mit Verlaub, Gesang!
pattilabelle.com
nonahendryx.com
myspace.com/sarahdash
bgo-records.com
VM
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