MarsupiaL "Genus Thylacinus" (Eigenproduktion, VÖ: 24.03.2009)

Ian Reardon (g, voc), Forrest Smith (g), Brad Mehder (b) und Chris Carter (dr, voc) stammen aus Asheville, North Carolina, USA. Das große L am Ende von MarsupiaL ist nicht die einzige Extravaganz, die die Band sich leistet. Wenn die Songs auch nicht, wie im Pressetext angekündigt, der hellste Stern am Prog-Himmel ist, dafür ist der Mix aus Jam- und Jazzrock mit Link zu Prog und Psychedelic zu wenig das, als was er angeboten wird, als Progressive Rock, so macht die instrumental ausgeweitete Songlandschaft doch ordentlich Laune und unterhält auf hohem Niveau.
Das Quartett setzt auf emotional dichte Arrangements, die nicht besonders komplex aufgebaut sind, und in ihrem virtuosen Zentrum ausgedehnte Gitarrensoli und -duelle gedeihen lassen. Der Harmoniegesang der beiden Sänger, die Refrains zweistimmig intonieren, klingt, wenn ich das so sagen darf, hier und dort etwas "gewagt". Scheint die der Musik eigene Harmoniesprache hier zu verblassen. In den Strophen macht sich konzeptionelle Schlichtheit breit, der Gesang bringt partiell den Eindruck mit sich, Endsiebziger Wishbone Ash spielten (nach ihrer großen Zeit) die Suche nach früherer Inspiration aus. Hin und wieder macht sich eine folkloristische Country-Note breit, auf der CSN-chorige Gesänge mit würzigen Lynyrd-Skynyrd-Gitarren um die Wette jubilieren (ohne der hohen Intensivität genannter Namen wirklich nahe zu kommen).
Keine Frage, die Songs sind ansprechend komponiert, haben Charakter und machen Eindruck, sind eingängig und ausdrucksstark. Prog(ressive Rock) ist das indes nicht. Tolle amerikanische Rockband mit Folk und Jazz in den Wurzeln, die stimmungsintensiv nachdenkliche Harmonieschönheit auf lange Songflächen auszubreiten versteht.

marsupialmusic.com
VM



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