The Microscopic Septet "Friday The 13th: The Micros Play Monk" (Cuneiform Records 2010)

Ganz hinreißend, wie das elegante und dabei lässig coole Ensemble The Microscopic Septet ihrem Urvorbild Thelonious Sphere Monk (1917 - 1982) die interpretierende Huldigung erweist. Die Songs des einzigartigen und unverwechselbaren Pianisten mit der lässigen Handschrift bekommen im Kleid des siebenköpfigen Jazzensembles hinreißend arrangierte, exzellent ausgewogene und energische Neuinterpretationen, die aus melancholischer Schwere und knackfrisch "rockender" Rasanz bestehen. Alle Stücke sind emotional perfekt ausgelotet, haben ihre Schwere und Leichtigkeit, ihre solistische Radikalität und satt intoniertes Bandinterplay, für den geneigten Fan kaum möglich, sich dem Reiz der nicht nur klangtechnisch allerfeinsten Aufnahmen zu entziehen. Die entspannte Lässigkeit der Balladen rollt ebenso flüssig und linear wie die forschen Stücke in ihre Minuten schießen, heftig und dynamisch, von dezent bis nervös getriebenem Rhythmus auf Spannung gehalten und der eigenen Spiellaune und exzellenten Handwerklichkeit durch jeden einzelnen sauber vitalen Ton spaziert.
Die 12 Songs machen rund eine Stunde voll. Sobald ein Track ausklingt, hoffe ich, dass ein weiterer solcher folgt und die Band nicht schon am Zusammenpacken und Nachhausegehen ist. Sie selbst bezeichnen sich, was ihren Stil angeht, als Jazz, Swing und Tango, was im ersten Fall nichts anderes als das Zuhause und die ganz normal richtige Adresse ist und im Fall der beiden letztgenannten Überschriften zwar, irgendwie, auch stimmt, aber mit einem ironischen Schmunzeln angebracht ist: He Leute, steht zwar Jazz drauf, aber nix Angst, weil nix Krach und Ohrenbetäubung, sondern so etwas wie Swing, groovig, lässig, cool, satt, jemütlich, und klar, Tango. Nichts anderes.

myspace.com/themicroscopicseptet
cuneiformrecords.com
VM





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