Mizukagami "same" (Poseidon Records PRF-005 / Musea FGBG 4496AR - 2003)

Mizukagami ist ein japanisches Quartett, das kräftig im Heavy Symphonic Rock wildert. Einige der Musiker waren früher bereits in Pediment involviert, die es nicht mehr gibt. Die Band sieht sich in der Tradition großer europäischer Bands wie King Crimson, Genesis und Camel und der ihrer Vorbilder aus Japan, den wohl leider nicht mehr existierenden Providence und Pageant. Die 6 Songs klingen allerdings zumeist eher nach neoprogressiven Vorbildern wie Shingetsu oder Vermillion Sands. Hauptkomponist Junya Anan bedient eine breite Palette Keyboards, unter anderem Mellotron. Keiichi Yanagawa (b) und Keita Kamiyama (dr, perc) sorgen für ein fulminantes Fundament, das vital und dynamisch ausholt und den etwas schwerfälligen, bombastischen Songs genügend Schwung gibt. Gitarrist Yasuo Asakura setzt leider wenige Akzente. So bestimmen vor allem Junya Anans Keyboards das melodische Geschehen. Das scheint kein Problem zu sein, ich werde geradezu erschlagen von den Keyboardbergen, die vor allem in solistischen Ausflügen hervorragend gesetzt werden. Und dann ist da noch Tanaami Futuba. Die Lady spielt Flöte und singt. Ihr Flötenspiel ist eine notwendige und wohltuende Ergänzung zu den Keyboards, da der Gitarrist den Dienst versagt. Doch wenn Tanaami die Stimme erhebt, erstarrt sämtlich Musik zur, ja, Salzsäule, oder so. Denn Tanaami singt falsch. Ihre Stimme schwankt unter der Last der lauten Instrumente und biegt sich unter den Melodien hindurch. Natürlich trifft sie zumeist den Ton, aber sie geht sehr lässig mit ihrer Stimme um und zieht sie weit, statt knappe Töne zu singen. Da die Songs vor allem im Vokalbereich nicht ausgereift und die instrumentalen Passagen oft etwas zu "voll" sind, wird das Hören anstrengend. Ungemein viel Schönklang, Melodien zum Ertrinken und Harmonie in Butterbergen schütten den Hörsinn zu. Vor allem ist dies Junya Anan´s Tastenarbeit zu danken, die er sehr laut, weit verhallt und ständig im Vordergrund einsetzt. Da kann dann auch Tanaami nicht mithalten und singt mal richtig. Doch in den vier langen Songs läßt sie sich nicht bitten und setzt ihre anmutige Stimme direkt neben den geplanten Ton. Vielleicht ist das für japanische Ohren der besondere Kick, denn das Tanaami technisch zum Gesang in der Lage ist, scheint nicht die Frage zu sein. Mizukagami ist eine Band, die Symphonic Rock typisch japanisch spielt, extrem bombastisch und keyboardlastig.

mizukagami.jp
VM



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