Nazareth
"Snakes'N'Ladders/No Jive"
Move Me/Boogaloo"
(Salvo 2011)

Die Serie der Album-Remasters wird fortgesetzt. Jeweils zwei Alben sind im CD-Doppelpack zusammen, dazu gibt es Bonustracks - Singles, Live-Versionen. "Snakes'N'Ladders" zeigt sich 1989 im Zeitgeist angekommen. Die Hardrocker haben den Popsound erobert, mit verhallten Drums und Keyboardsounds. Die Gitarren sind weitaus leiser und plärriger als zuvor und die Arrangements der Songs eingängiger und poppiger. Es wurde das letzte Album mit Gitarrist Manny Charlton. Bombastpop, stampfender Hardrock und Keyboard-Balladen in 11 simplen Songs sind auf der LP enthalten.
"No Jive" zwei Jahre später hat einen weitaus besseren Gitarrensound, allein der Rhythmus ist noch den Achtzigern verhaftet und donnerte simpel durch die Stücke. Zwischen den leichtgängigen Hardrockern sitzen liebliche Balladen, die Band macht nicht einen Schlenker, sondern führt ihre Songs straff ans Ziel, ohne größere Mätzchen oder instrumentale Passagen. Als Bonus ist "This Flight Tonight" in der 1991-Version enthalten, die für das Tanzpublikum noch einmal vereinfacht und tanzbarer gemacht wurde. Und die Stimme klingt natürlich älter.
1994 rockt die Band auf "Move Me" wieder härter. Die Arrangements sind blueslastiger, fetter, rocken härter und aller 80er Zeitgeist ist Geschichte. Die Songs gehen besser ab und beweisen Frische und Coolness. Der typische Nazareth-Sound beweist wieder mehr Rock'n'Roll und große Sympathie für Heavy Metal. Nach den 11 Tracks des originalen Albums folgen 5 Bonustracks. Den Anfang macht "Love Hurts" in orchestraler Rockversion, zum Ende gibt es den Song in gleicher Version noch einmal rein instrumental, reichlich kitschig. Dazwischen liegen drei im damaligen Zeitgeist unplugged eingespielte Bandtracks, "Razamanaz", "My White Bicycle" und "This Flight Tonight".
Die alten Herren legen 1998 auf "Boogaloo" noch einmal los, als hätten sie eine Frischzellenkur hinter sich. Stimme schneidend scharf wie Filetmesser, die Songs rocken und die Balladen sind zuckersüß, der Blueseinfluss ist etwa verdrängt, jetzt macht sich moderner, knochentrockener Rocksound auf, der ordentlich groovt und Rock'n'Roll, Blues und Boogie im Blut hat. Bläsersätze kreischen sich die Seelen aus dem Hals und die Gitarre darf rocken. Neuzugang Ronnie Leahy (keys) war noch nicht geboren, als die Band gegründet wurde, bringt viel guten Sound in die Band und bleibt bis 2002. Bonustracks: "Laid To Wasted" und "Walk By Myself".

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VM



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