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Negura Bunget - Maiestrit (Prophecy Productions, 2010)
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Zum Abschluss zurück zu den Wurzeln. Negura Bunget verkünden ihre Auflösung und schieben begleitend nicht etwa noch schnell ein neues Album oder eine Zweitverwertung von Rariäten nach, sondern widmen sich der Neuvertonung ihres zehn Jahre alten Zweitwerks "Maiastru Sfetnic".
Der gewisse Ausnahmestatus der Band gründet nicht allein auf eigensinnigen Black-Metal-Interpretationen sondern auch auf der Tatsache, dass es landessprachlich textende rumänische Metalbands in aller Regel nicht auf internationale Bühnen schaffen. Dies ist Negura Bunget nun nicht im ganz großen Stil gelungen, doch für eine weit von gängigen Hörstandards abweichende Band schon in beachtlichem Maße.
Da mir das Schaffen der Rumänen bislang erst seit ihrem 2002er Album "'N Crugu Bradului" bekannt war, muss diese Rezension leider ohne jegliche direkte Vergleiche zwischen Original und Neuinterpretation auskommen. Doch wer die neueren Alben der Band kennt, wird keine grundlegenden Überraschungen erleben und gewiss nicht zu der Erkenntnis kommen, dass Negura Bunget einst mal eingängig waren. Nein, das waren sie schon auf "Maiastru Sfetnic" ganz und gar nicht.
So verlangt auch die Neuauflage vor allem nach Zeit des Hörers, um in den sperrigen Klanggefilden heimisch zu werden, doch es kann sich mit einer ausreichenden Portion Offenheit lohnen. Die Rumänen spinnen ein atmosphärisch dichtes Geflecht aus Folk, Ambient und garstigen Schwarzmetalleruptionen und in meinem Fall gelang es dem finalen Elfminüter "Plecaciunea Mortii", das Eis zu brechen. Ausgedehnte Ritual- und Ambient-Szenarien eröffnen den Reigen und gerade als dies schon durchaus zur Zufriedenheit gereicht, schwingen sich Negura Bunget mittels einem harten Bruch in mehrfach verschachtelte Black-Metal-Dimensionen auf, denen die gepeinigt klingenden Vocals sinistre Intensität verleihen. Trotz zahlreicher abrupter Wechsel und einem Rätsel aufgebenden Verlauf des roten Fadens gelingt es hier, nicht in kunstvoller Zerfahrenheit zu stagnieren. Mit dem so gelungenen Einstieg in ein tieferes Verständnis wird der Zugang zum gesamten Album in sich einfacher, nicht alles klingt nun zwingend nachvollziehbar oder folgerichtig, doch die Intention wird klarer.
Über die Originalvorlage hinaus sind auf "Maiestrit" noch zwei Akustikversionen der Stücke "A-vint in abis" und "Plecaciunea Mortii" enthalten, die zwar durch den Einsatz von E-Gitarren nicht ganz ihrer Bezeichnung gerecht werden, aber durch die veränderten Interpretationen noch einmal interessante atmosphärische Akzente zu setzen wissen.
So bleibt Dank für einen würdevollen Abschiedsgruß und Neugier auf das weitere musikalische Schaffen der Protagonisten, die bereits in neue bzw. andere Projekte involviert sind und damit ihre Talente gewiss nicht so ohne Weiteres an den Nagel hängen werden.
Volker Schulz
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