Nephelium „Coils Of Entropy“ (Eigenproduktion 2012)

Der wild gewordene Gurgler kommt; er gurgelt mit Königswasser - geht es noch krasser? Boyan Guerdjikov röhrt dabei ziemlich gut verstehbar ins Mikro, was in diesem Genre nicht wirklich die Regel ist und besteht den guturalen Elch-Test ergo mit Bravur. Die instrumentale Häckselmaschine läuft wie geschmiert: Die Sechskant-Schneidemesser werden von den Saitlingen Alex Zubair und Ian Glover gewetzt, wohingegen der Motor vom Viertakter Jay Cockerill und vom Schlagzahlmeister Alan Madhavan angetrieben werden. Für eine Death Metal Kapelle sind sechs Stücke von insgesamt 42 Minuten Spielzeit epische Longtracks; vom kompositorischen und spieltechnischen Niveau kann die Band aus Dubai durchaus mit Szene-Granden wie Vader, Death, Nile oder Suffocation mithalten. Wenn man nachvollziehen möchte, welche Kabinettstückchen innerhalb der Stücke dargeboten werden, sollte man bereits prophylaktisch die Repeat-Funktion bemühen. Mühe macht das Rezipieren der Musik Nepheliums aber in keiner Weise, sondern weckt die Neugier, sich in der dichten Struktur der Songs mit jedem Hören besser zurechtzufinden. Mit dem Album „Coils Of Entropy“ haben wir ein hervorragendes Zeugnis für die Vereinbarkeit von Komplexität und Brutalität in der Musik vorliegen; einer Musik, die ins Ohr geht und mit hellwachem Bewusstsein gehört werden sollte, da Suff-oh-Action hier wie Autofahren gegen eine Nebelwand anmutet. Prosit!

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Frank Bender



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