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The Peppermints "Jesüs Chryst" (Paw Tracks, VÖ: 21.06.2005)
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Es gibt immer noch Varianten der Rockmusik, die eine Aussage haben. The Peppermints zeigen klar und deutlich, dass die Grenzen unterschiedlicher Stile ineinander verschwimmen und dass progressive oder avantgardistische Musik zwei Enden haben. Auf der einen Seite der hoch ambitionierte, technische und komplexe Ausdruck, auf der anderen Seite der schräge, billige Lärm, der das Gleiche mit anderen Mitteln ausdrückt.
The Peppermints haben mit Ruins, Melt Banana, Wire, Mars Volta und Arab On Radio gespielt. Ihr Terrain ist Punk Prog. Wild, harsch, schräg, komplex, avantgardistisch, haarsträubend fehlerhaft und brutal gespielt, sind die 18 Songs (in 29 Minuten!) ein Erguss, der für die Großzahl der Fans progressiver Musik ein Gräuel sein dürfte. Das ist entweder intellektuell oder subkulturell zu verstehen. Underground, das Wort könnte hier seine Entstehung gefunden haben, wenn The Peppermints die ersten gewesen wären. Ihre "schrecklichen" Songs, radikal und extrem, erschrecken mit Lärm, zudem ist die blasphemische, orgiastische Aufmachung der CD nichts für empfindliche Gemüter. The Peppermints wollen auf die Hühneraugen treten, tun dies mit Genuss und eindrucksvoller Konsequenz.
Freaks abgefahrener, schräger Rockklänge, die nicht heavy, aber krachig hart sind, werden ihre Freude haben. Die Band nimmt kein Blatt vor den Mund und der weibliche, ordinäre Gesang hat einen rotzigen Ausdruck, der geliebt werden will!
Dabei jedoch sind rhythmische Verschleppungen, extraordinäres Gitarrenspiel und böse, heftige und ausgeflippte, aber für die, die es mögen, saugute Kompositionen von Anfang bis Ende zu hören. Wer Lust auf Destruktion hat und vor harschem Lärm nicht zurückschreckt, punkige Attitüde liebt und die Extravaganz progressiver Komplexität, wird an dem Album mit dem gewiss äußerst böse, aber nett gemeinten Albumtitel "Jesüs Chryst" seine schräge Abend-Unterhaltung finden. Viel Vergnügen!
paw-tracks.com
VM
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