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Perennial Quest "Persistence" (Eigenproduktion 2008)
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Über 79 Minuten lang die CD, alle Achtung! Perennial Quest haben alles zusammengelegt und ihr zweites Album reichlich gefüllt. Acht Songs sind auf dem Silberling. Progressive Metal. Eigentlich kein Wunder, dass durch Würzburg rockmusikalisch progressive Winde wehen, veranstaltet doch ein Unbeirrter seit Jahren immer wieder Szenekonzerte, die dem Nachwuchs die Sucht machen. So ist im Booklet auch eben diesem Obelix gedankt, dessen längsgestreifte blau-weiße Latzhose dem kunstvollen Komplex-Rock'n'Roll die unübersehbare Außenansicht gibt.
Was jedoch bei Charly Heidenreich auf der Bühne steht, hat relativ wenig Ähnlichkeit zu der einheimischen Progmetal-Kapelle. Perennial Quest mögen Komplexe und Epik, Symphonie und Harmonie, Melodie und Schönklang. Schräge ("krasse") Sounds sind auf der CD eher wenig zu hören. Ganz wenig.
Der Titelsong, der wie die Band heißt und sich über genüsslich ausgedehnte 28 Minuten erstreckt, bringt so ziemlich alles auf die Waage, wofür die Band und das Genre so allgemein und ganz speziell stehen. Sanfte Passagen, klassisch inspiriert, Piano und Cello Raum gebend, druckvoller Rock, kraftvoll und dynamisch aus den Boxen jagend, Progkomplexe, üppige Lyrics, die über weite Vokalpassagen ziehen, symphonische Eleganz - alles dran, alles drin.
In ihrem Presseblatt nennt die Band Pain Of Salvation und Dream Theater als Einflüsse, zudem die Harmoniekönige Queen, die den Siebzigern Kunstpop auf Rock'n'Roll-Basis zur Genüge gaben.
In ihren acht überwiegend langen Songs haben Perennial Quest eine Fülle an Ideen verarbeitet. Themenwechsel, Rhythmusfrakturen, Frickelpassagen, symphonische Elegien - die Band kann das alles locker, virtuos und deftig. Zwar sind nicht alle Ideen gleich überzeugend, kein Wunder bei dem komplexen Material. Perennial Quest gehören nicht zu den Ultrakomplexen, haben viel Harmonisches im Repertoire - vor allem in den zumeist lieblichen und etwas zu süßen Gesangspassagen, die dem "normalen" Rockmusikpublikum zusagen können, doch auch für den Progonauten wohl anzuhören sind. Und es gibt jede Menge witziger und abgefahrener Bruchkantenstrecken zu hören, die gern und gut ins progressiv verwöhnte Ohr gehen und einige Hördurchgänge brauchen, ihre Atome zu öffnen.
Es ist ein Höllenjob, sich 80 Minuten Musik dieser Spielart auszudenken, einzuspielen und nicht nur nicht zu stolpern über den Notenwulst vor dem geliebten Instrument und über die vielen Kurven und Untiefen in den Notenbergen, sondern auch noch wie wahnsinnig schnell und locker ins Material einzusteigen und die Hörfreude für den geneigten Fan rund und satt zu machen. Der nun wieder sitzt im heimischen Wohnzimmersessel, verwöhnt von vielen Bands und ihren Platten. Bleibt zu hoffen, dass er (oder sie) nicht griesgrämig Negativität brütet und Fehler sucht, sondern den satten Rock'n'Roll in Herz und Ohren lässt.
Kritiksinn ausschalten, Genussregler hoch einpegeln, Lustempfinden auf Offen stellen und Los geht's!
perennial-quest.de
VM
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