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Random Touch "Through the Lens of the Other Dimension" (Token Boy Records 2010)
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Über Random Touchs Alben ist trefflich zu streiten - ist dies Musik, gar Rockmusik - oder freie Kunst, gewiss mit Instrumenten eingespielt und klangorientiert, aber doch längst und gewiss nicht in einem Gran herkömmlich oder stilistisch irgendwie angelehnt? Sphärische Sounds mäandern durch improvisativ wirkende ‚Songs', die keinen Rhythmus haben, aber von dem enorm radikalen und drucklos intensiv verspielten Schlagzeugexperiment Christopher Browns unterhoben sind. James Day an den Tasten bringt noch die größte Ahnung von Melodik und Harmonie ein, wenn sein sporadisches und sehr wechselhaftes Spiel auch eher die Ungewöhnlichkeit der Band unterstreicht, als sie Hörvorstellungen irgendwelcher Art näher zu bringen. Scott Hamill ist zwar kein Fred Frith, aber längst kein Rocker - und ebenso kein Jazzmusiker. Die Avantgarde der Band Random Touch ist unvergleichlich und einzigartig, hat ihre eigene Dimension, die jedes Jahr ein weiteres, neues Album ausscheidet und den Künstlern Erfüllung sein muss, so, wie sie Stetigkeit in der kompositorischen Unstetigkeit und grandiosen Unfertigkeit beweisen. Die Band ist noch nicht vollständig benannt, da ist noch Matthew Ebbin an der Videokamera, was sein Beitrag, kann auf der unten angegebenen Webseite nachvollzogen werden.
Christopher Browns un-rhythmisches Schlagzeugspiel kann in seiner Basslastigkeit bisweilen anstrengend sein, das Ohr will zum Soundgewitter als feste Orientierung zumindest den geraden Rhythmus oder zumindest eine Idee davon. Aber Brown gibt keine Orientierung, sondern entführt wie seine Mitstreiter weit weg von allem, was irgendwie stilistisch erprobt und ausgeschöpft, leicht nachvollziehbar ist. Lange ist es her, da stand der Bandname noch für so etwas wie progressiven Jazzrock - geblieben ist die stetige Progression im freien Experiment. Nie werden die Songs der Band exorbitant laut oder schrill, stets bleiben sie in Lautstärke und Schrägheit ‚erträglich' - und verblüffender Weise sind in kleinen Ecken einiger Songs zarte Harmonieseligkeiten erkennbar, die vom Sternbild Random Touch ins irdische Bewusstsein leuchten wie Atomkraft in grüne Ökogehirne. Ist stets eine Herausforderung, dem Sound zu begegnen, und seltsam unterhaltsam, nachvollziehbar ist keines der Alben gänzlich, ein vergnüglicher Trip jedes Mal.
randomtouch.com
VM
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