SYNTHETIC "Control" (Unpopular Culture/SXDistribution)

Hektisch flirrende Electronic-Sounds. Eine hohe Beats-per-Minute-Zahl. Drum-Computer, Gitarre, Gesang. Beim ersten Hören klingt das alles sehr verworren. Und wozu eigentlich dieses hohe Tempo? Als säße den Musikern der Leibhaftige im Nacken drücken Synthetic auf's musikalische Gaspedal und verbreiten damit Nervosität und Hektik. Zum Glück wird dem Trio aus London dieser High-Speed-Sound nach dem zweiten Stück selbst zu heftig und es schaltet einen Gang zurück. Denn die komplette Albumlänge von gut einer Stunde bei dem Anfangstempo hätte jede Psychedelic-Trance-Scheibe blass aussehen lassen. Und plötzlich kristallisieren sich beim Sound Synthetics richtige Strukturen heraus. Siehe da, die Songs haben eingängige Melodien und so mancher von ihnen wahres Ohrwurmpotenzial. Doch je länger man "Control" hört, desto mehr fühlt man sich gefangen in einer Endlosschleife, die, einer Zentrifuge gleich, sich permanent um sich selbst dreht. Dabei passiert man Song um Song und erkennt wie ähnlich das alles doch klingt. Da werden die eben noch eingängigen Melodien auf einmal beliebig und der Ohrwurm von vorhin geht einem nun tierisch auf die Nerven. Während bei anderen Produktionen dauerhaftes Hören zu immer neuen Eindrücken führt, entlarvt es hier die ewig gleichen Takte und Harmonien. Nicht Eingängigkeit, sondern Eintönigkeit ist es, was sich auf Dauer breit macht. Mit dem Rausch der Geschwindigkeit zu Beginn des Albums wäre es dem Trio fast gelungen, von ihren Einheitskompositionen abzulenken. Doch es lässt sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Control" reines Blendwerk ist. Und fast wäre ich drauf reingefallen.

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LARS



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