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The Red Zen "Void!" (Ma.Ra.Cash Records, 24.01.2011)
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Jam like Hell! So steht es im Blatt zur CD der Italiener The Red Zen. Zu drei Sessions, die jeweils nur einige Stunden dauerten, trafen sich Ettore Salati (g, Sitar, Dulcimer, b-ped), Angelo Racz (p, org, mel, synth), Roberto Leoni (dr, perc) und Nicola Della Pepa (b) im Mai 2010 im heimischen Milano zum gemeinsamen Jammen - ohne vorher zu wissen, was sie spielen würden. Die Früchte waren rohe Tracks, im rein instrumentalen Bandinterplay spontan ausgearbeitet, deren Arrangements in der Folgezeit ein Jeder in vielfacher Kleinarbeit überarbeitete, bis die Band im Mai 2010 ins Studio ging. Die Kompositionen der 9 auf der CD enthaltenen Tracks haben Jam-Charakter, wirken aber enorm straff verzahnt, haben keine Längen, sondern energische Soli, kraftvoll-satte Rockhärte, melodisch raffinierte und komplex überraschende Harmonien, Themenwechsel in sich verschachtelter Passagen und handwerklich virtuoses Wechselspiel der Melodiearbeiter.
Nicht alle Kompositionen sind von größter Raffinesse, manches Thema läuft wenig interessant. Trotz vielfältiger Einschübe und experimenteller Überraschungen gibt es langatmige Passagen und Sounds - Keyboardsounds, die müde und altbacken klingen. Das ist indes nicht die überwiegende Mehrheit, obschon mancher Song träge Partien übt, nur einige Stücke. Das Gros der 9 Tracks ist verblüffend gut gelungen, hat Kraft und Schmackes, mitreißende Sounds und coole Instrumente (Sitar, Dulcimer) und einen enormen Druck in der stets illuster differenziert-kraftvollen Rhythmusabteilung, die zwischen komplex und funky stets gut unterwegs ist.
Die Band ist im weiten Feld des progressiven Jazzrock aktiv, Inspiration fand sie zwischen Planet X und Tribal Tech, OSI und Yellowjackets, King Crimson und Colosseum, Pink Floyd und Weather Report - und so hört sich der Bandsound auch an. Mal rockt die Band härter, mal komplexer, mal moderner, mal klassischer, manche Partie ist eingängiger oder luftiger, manches eher ELP als Return To Forever, und trotz der leichteren Jazz(rock)-Einflussgrößen wie den gelben Jacketts gibt sich die Band nie die Pop-Kante, sondern bleibt im ambitionierten Bereich.
Prog-Fans und Jazzrock-Maniacs können der Platte gewiss einiges abgewinnen, die eher flachen Ideen sind immerhin gut gespielt und die qualitativ hochwertigen Tracks machen die Masse aus.
theredzen.com
VM
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