Technik

Der Vox Brian May Special Amp

Im Auftrag ihrer Majestät! Brian May ist mit Sicherheit der individuellste Gitarrist auf Gottes grauer Erde. Selbstgebaute Gitarre, höchst eigener Stil und John Deacons Amp Konstruktion.
Bis auf Brian May höchst selbst, kann man alle Bestandteile jetzt kaufen, und das letzte Glied in der Kette ist der Vox Brian May Amp. Dieser ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Er hebt sich mit seiner 10 Watt Leistung wohltuend von den 100.000 Watt Nu Metalldesigner Amps ab. Der verbraucherfreundliche Preis von 210 spricht auch für ihn. Mit seinem weiß/güldenen, antiken Outfit passt er eher ins brokatene Wohnzimmer, als in den Proberaum, aber auch da steht er seinen Mann. Nicht nur Queensongs, sondern auch Santana Leadlines und Zappas "Black Napkins" Ton lassen sich hier wunderbar volltönend neu erwecken. Die Unfähigkeit andere Amps zu modelieren, fehlende Alternativkanäle und dieser einzige königliche Ton rechne ich als Charakter an. Gerade in Zeiten, wo ja alles flexibel sein muß (Arbeitszeit, Verstärker, Modeling Gitarren und SPD Mitglieder) steht der Vox Brian May wohltuend wie ein Fels in der Brandung. Das einzige Effektgerät mit dem der Amp sich verträgt ist das Delay, mit dem sich hier wunderschöne Klangskulpturen bauen lassen. Zusätzliche Verzerrer haben hier nichts zu suchen, stören auch den wunderschönen Sound des Voxamps. Außerdem verfügt der Amp über mehr als genug Gain, sprich Zerrreserven.
Cleansounds sucht man hier vergebens, aber dafür ist Brian May ja auch nicht so bekannt.
Für die vollen, drückenden, sahnig/cremigen Lead- und Harmoniepassagen ist er absolut perfekt. Die wiederum hat Brian May lange vor Harmonizermonstern wie Steve Vai zelebriert.
So richtig Queenie klingt der Amp natürlich nicht, aber mit der, im vorbildhaften Beipackheft, aufgeführten "Brian May Favorit Einstellung", ist man ganz nah dran. Wer seinem Solo demnächst etwas victorianisches Flair hinzufügen möchte, kommt an diesem Gentlemen nicht vorbei.
Die satte Ampzerre lässt sich übrigens durch den integrierten Treblebooster erklären, der über den Gainregler steuerbar ist.
Erfrischend ist bei diesem "Übungscombo" sowieso, wie herzlich wenig hier zu drücken und zu drehen ist. Lediglich Gain, Ton, Volume und Gain high und low, lassen sich hier einstellen. Wirklich erfrischend im Zeitalter der eierlegenden Wollmilchsäue mit ihren -zig Parametern!
Hervorragend ist auch das Begleitheft, in dem die Geschichte von "Deacy" und alles nötige erklärt wird. Wem die kleine Majestät im Bandsound zu leise ist, kann übrigens über den "External Speaker" Ausgang eine zusätzliche Box anschließen oder per "Headphone/Recording Out" direkt in die PA. Wenn es nur der Treblebooster sein darf? Kein Problem! Auch der lässt sich über Booster output in andere Amps einschleifen. Vergleichbare Treblebooster kosten übrigens durchaus schon mal das doppelte!
Fazit: Großer Sound für kleines Geld. Neben dem Warren Cuccurullo Rock Dildo ist der Vox BMS eine weitere preiswerte sinnvolle Signature Angelegenheit, und die sind leider eher selten.
Für meinen nächsten Studiotermin für Wd N (Weirdo Naffn) im Frühjahr, ist der Vox Brian May Amp schon jetzt Pflicht.
Getestet wurde mit einer Framus Pantera Pro und einer selbstgebauten Custom Guitar.Angecheckt wurde mit Ibanez Tubescreamer, Bosss Bf 3 Flanger und Ibanez DE 7 Delay.
Also: Klocks an, Pudelperücke auf und dann..."We will, we will rock you!" Röhr, quietsch, gniddel! Thumb up to Vox!



Technische Daten:

Ausgangsleistung: 10 w RMS
Speaker : 1x 6,5 Fullrange "Custom Voiced"
Eingänge : ein Eingang
Ausgänge : Booster out, ext. Speaker, Headphone/Recording line out
Bedienelemente : Gain, Tone, Volume und Gainschalter (high/low) on/off mit led
Gewicht : 2,4 kg
Maße : b = 330 x h = 273 x t = 170




Michael KrAMPe

Lutz Lektor



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