Asphyx - Death... The Brutal Way (Century Media 2009)

Es war ein eher trauriges Ende das Asphyx zu Beginn des neuen Jahrtausendes beschieden war. Vom originalen Line-Up war bloß noch Drummer Bob Bagchus dabei und von den mittlerweile unter dem neuen Bandnamen Soulburn veröffentlichten Scheiben "Feeding on Angels" (1998) und "On Wings of Inferno" (2000) wurde allenfalls am Rande Notiz genommen. Der niederländischen Death-Metal-Institution schien die Luft ausgegangen zu sein und so folgte noch 2000 die Auflösung, die einige Jahre Bestand haben sollte.
Nicht zuletzt der Rückkehr von Szene-Urgestein Martin van Drunen zur Band ist es wohl zu verdanken, dass Asphyx mittlerweile neue Kraft tanken konnten und die Präsenz wiedergewonnen haben, mit der sie sich zu Beginn der 90er in Szene setzen konnten. Schliesslich sind mit "The Rack" (1991) und "Last one on Earth" (1992) beide Referenz-Alben Asphyxs unter der Mitwirkung van Drunens (auch Originalsänger der nicht minder legendären Pestilence) erschienen.
Als Startschuss diente ein Reunion-Auftritt auf dem deutschen Party.San Festival 2007, in dessen Folge die Band wieder Blut leckte, weitere Live-Auftritte in Angriff nahm und sich schliesslich auch an die Vorarbeiten zu einem neuen Album begab. Nun ist es mit "Death... The Brutal Way" so weit und plötzlich scheint alles so, als sei 1992 erst ein paar Tage her. Asphyx sind zurück mit rohem Dampfwalzen-Death-Metal und Songs, die vom ersten Moment an zu packen vermögen. Zudem zelebriert die Band wieder konsequent ihre herrlich zähen Doom-Ausritte, die von Anfang an Erkennungszeichen und Alleinstellungsmerkmal waren. Zwar waren Asphyx im Kern immer klar dem Death Metal zuzuordnen, doch "The Rack" wäre nicht ein so gewaltiges Monument, wenn nicht auch die gekonnte Langsamkeit ihren Platz eingenommen hätte. Mit "Bloodswamp" und "Riflegun Redeemer" wird diese Tradition gekonnt aufgegriffen und mit "Asphyx II (They died as thex marched)" sowie "Cape Horn" haben sich gleich zwei reinrassige Doom-Tracks eingeschlichen. Ansonsten dominiert Explosivität wie bereits im Eröffnungsorkan "Scorbutics", technisch versiert und stets einem frontalen Keulenschlag gleich.
Fehlt noch der Hinweis auf den absoluten Abräumer: Der Titeltrack. Einmal hören ist besser als jede Erklärung. Die drückende Wucht des Albums kulminiert in diesem Stück, das schon jetzt zu den Bandklassikern gezählt werden darf. "Death... The Brutal Way" steht für ein Reunion-Album, das keinen alten Fan verprellen dürfte und auch an der jüngeren Generation nicht spurenlos vorbeziehen wird. Immer weiter so!

Volker Schulz



Zurück