Chemia „The One Inside“ (Metal Mind 2013)


Bock auf Rock zwischen den Polen Hard und Melodic? Dann nix wie ran an das Album „The One Inside“, denn hier stimmt die Chemie auf allen Ebenen. Weltklasse-Hooks a la Extreme, allerdings völlig funkfrei, winden sich besonders bei den Balladen durch die Gehörgänge, die bisweilen regelrecht streichzart daherkommen, aber dennoch mittels sägender Gitarrenakkorde die Trommelfelle aufrauhen. Ab und an schimmert außerdem eine Prise Melancholie durch, die den Ear Candy-Faktor zusätzlich auf ein angenehmes Maß reduziert. Einflüsse beziehen Lukasz Drapala (Gesang), Woytek Balczun und Maciej Maka (Gitarren), Rafal Stepien (Keyboards), Krzysztof Jaworski (Bass) sowie Adam Kram (Schlagzeug) von Bands wie Nickelback oder Alter Bridge; sie rocken genauso hymnisch wie die Nordamerikaner, aber hauen Butterblumenharmonien en masse raus, auch wenn sie damit nicht unbedingt den Originalitätspreis gewinnen. Manchmal zeigt sich bei den harten Stücken im Zentrum des stürmischen Wirbelns das Auge von Tool, was der Band nicht schlecht steht - bitte künftig mehr davon. Insgesamt betrachtet produzieren Chemia ein voluminöses Klanggebilde, das durch die gekonnte Interaktion der Akteure äußerst kurzweilig gestrickt ist, garantiert durch die Besetzung mit drei melodieführenden Instrumenten. Oftmals dienen zwei Gitarristen und ein zusätzlicher Keyboarder nur als Füllmasse, nicht aber bei den Polen. Inside out turned outside in...

chemiasound.com
Frank Bender



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