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Daddy Antogna y los de Helio "Viva Belice" (Viajero Inmovil 2009)
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Die Argentinier Daddy Antogna y los de Helio spielen auf ihrem Debütalbum kratzig düsteren Heavy Prog mit starkem psychedelischen, schrägem avantgardistischen und fettem Hardrock-Einfluss. Kaum zu glauben, was hier zusammen geht. Schlagzeuger Daddy Antogna war ehedem, in den frühen Siebzigern, Mitglied in Ave Rock, gemeinsam mit Alan Curtis (g, ex Reynolds), Fernando de la Vega (dr) sowie Nicolás Diab (b) (die beiden Letztgenannten gehörten zu der nach zwei CDs leider bereits wieder in die Geschichte eingegangene Heavy Prog Kapelle Las Orejas Y La Lengua) wurde die neue Band zusammengeschraubt und das erste Album eingespielt. Im letzten Jahr erschien die in den Jahren 2007 bis 2009 aufgezeichnete CD auf dem argentinischen Prog-Label Viajero Inmovil.
Die 8 Songs haben viele sehr unterschiedliche Qualitäten. Da ist rauer Hardrock zu hören, hypnotisch minimalistischer Rock mit starkem Einfluss aus dem historischen Krautrock, lyrische Motive im crimsonesken Stil, experimentelle Radikale wie bei Univers Zero. Doch trotz der unterschiedlichen Einflüsse beißt sich nichts, sind die Songs in ihrer Sperrigkeit homogen und überzeugend. Die Facettenvielfalt birgt so manche Überraschung. Da fällt es weniger ins Gewicht, dass zwei Schlagzeuger von der Partie sind, als die kompositorische Struktur, die sich häufig in jede denkbare Richtung entwickeln kann und stets alle logischen Pfade verlässt, um mit verrückten, abgefahrenen Ideen vorzufahren.
Die Songs sind herzhaft hart und rocken derb und deftig, ohne jedoch diese besonderen, jazzlastigen Differenzierungsmöglichkeiten außer Acht zu lassen. Überall sind feine und feinsinnige Ideen eingebaut, die Gäste Fernando Gallardo (vi, acc, keys, perc, Zampoña) und Carmen Levinson (ce) haben gut zu tun, der drahtig kraftvollen Rockband aufwendige und nicht wenig dynamische Melodiepartien entgegenzusetzen. Im Anschluss an so ein Soloteil kann es gut passieren, dass die Band einsetzt, als wollten sie Black Sabbath (in derer besten Zeit, so um das erste Album herum) ein Denkmal setzen - aber nicht lang, weil ein Jazzmotiv tiefgründige Melancholie beansprucht und seine Komposition ausgelassen pendeln lässt - die Wechsel und dramatischen Betonungen sind ganz außerordentlich, und wie die Band die Würfel fallen lässt, hat nichts Allgemeines oder Altbekanntes, wenn die Einflüsse, die sich immer wieder hören lassen, auch seit Prog-Urzeiten durch die Szene schippern und das Auditorium mit sich reißen.
Schräge Kapelle! Inspirierte Kapelle, die mit Lust und Verve und - in aller düsteren Dramatik - stets den Schalk im Nacken zu haben scheint, so, wie sie ihre Songs stürmisch und brachial aufbauen und niemals die zarteste Lyrik derb oder stumpf präsentieren. In aller Rockheftigkeit zeichnet die Band Sensibilität und Treffsicherheit aus, und wenn "Viva Belice" auch kein verblüffender Klassiker ist, so überrascht das erhabene Meisterwerk doch mit seiner Vielfalt und schrägen Art.
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viajeroinmovil.com/vi.asp?lang=E&customerid=6958276629447
VM
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