Dithyrambs "Free To Be Filthy" (Beautiful Scum Records, VÖ: 15.06.2007)

"Free To Be Filthy" ist die erste Veröffentlichung des brandneuen Beautiful Scum Labels. Wie es den Anschein hat, versucht die Labelcrew von Beginn an alles richtig machen zu wollen, so ist das beiliegende Presseblatt liebevoll und umfangreich gestaltet, die Band und ihre kurze Story ausführlich präsentiert.
Andrea Pacini (g, voc) und Francesco Biagianti (dr) gründeten mit weiteren Mitgliedern die Band im Jahr 1989. Stil: ein Mix aus Psychedelic Rock und Thrash Metal. Trotz steter Line-Up Wechsel spielten Dithyrambs einige Demos ein. Im Jahr 2000 stieg Daniele Mencarelli (b) ein, seitdem hat die Band ihre notwendige Stabilität gefunden. Ein Jahr drauf produzierten Dithyrambs ihre erste eigene CD "Dithyrambs 2001", im Januar 2007 folgte ihre, diese, zweite CD, die nunmehr von Beautiful Scum Records neu (und wirklich) aufgelegt wird. Enthalten sind 8 Stücke, die es gemeinsam auf gerade einmal 36 Minuten bringen. Stilistisch hat das Trio sich auf einen Mix aus metallischem Psychedelic Rock und wuchtigem Progressive Rock eingespielt. Den besten Eindruck macht auf den ersten Höreindruck das Schlagzeugspiel Francesco Biagiantis. Technisch komplex, dabei hart und treibend im Anschlag, wohl akzentuiert und von einer großartigen Frische - das sollte es bitte öfters geben! Hört euch nur den letzten Song an, wie er plötzlich immer schneller und treibender spielt - und dennoch den Rhythmus hält!!!
Andrea Pacini weiß mit ausgeklügeltem Gitarrenspiel, erheblicher Phantasie, was Soli, melodische Ecken und Kanten angeht, und einem wohl angelegten Sinn für die notwendig radikale Härte die Songs melodisch gut zu führen, wobei Schlagzeuger Biagianti sich nicht einen Augenblick zurückhält und ins melodische Geschehen mit steter Wucht und technischer Finesse eingreift. Basis und Rückenstärkung erhalten die beiden Radikalen in der selbstbewussten und einnehmenden Ruhe des Bassspiels Mencarellis, der der freakigen Atmosphäre grandiose Stabilität gibt. Das Trio scheint perfekt aufeinander eingespielt, die Arrangements ihrer Songs sind sauber und flutschig, alles greift perfekt ineinander.
Der Metal inspirierte Gesang hingegeben beeindruckt wenig, zum einen sind die Gesangslinien eher "normal" - also wenig phantasievoll, zum anderen ist Pacinis Stimme zwar kräftig und würzig, aber etwas sehr modulationsarm. Alles deutet darauf hin, dass der Gitarrero seinem Gitarrenspiel die volle Konzentration weiht, was er, das muss betont werden, auch exzellent nutzte.
Mit knapp 36 Minuten ist die CD zwar etwas kurz geraten, dafür gibt es in den atemberaubenden Songs, selbst in betäubend ruhigen Momenten, partout keinen Hänger. Und was den Gesang betrifft, soviel Verse gibt es nicht zu singen - und was instrumental geschieht, wird jeden Prog-Fan mit wachen Sinnen umhauen, auch die breitere (hehe) Masse wird von der CD eingenommen und überzeugt sein, weil die Band einfach knackarsch rockt!

VM



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