David Garland hatte auf seinen 5 früheren Alben Musiker wie Meredith Monk, John Zorn, Ikue Mori, Guy Klecevsek und weitere dabei, deren Namen bereits sagen, wie die Musik klingen mag. Auf seinem 6. Album, der Titel sagt es bereits, sieht David Garland sein Songwriting von anderer Seite. "On The Other Side Of The Window", Titeltrack und Opener zugleich, macht schnell deutlich, was das Album ausmacht: Stille, Lyrik, Melancholie. Die ausgezeichnete Komposition ist ein liedhaftes, simples Musikstück, das mit großem Charme und nonchalanter Lässigkeit beeindruckt. Dahinter steht ein anspruchvolles Arrangement, das keineswegs billig, sondern kompliziert ist, um die herzliche Entspanntheit des Songs so umwerfend zu transportieren. Genüsslich einfach geht es weiter. Überraschend schnell gehen die Songs ins Ohr, mal von Vibraphon, Geige, Mundharmonika und immer der akustischen Gitarre gespielt. Das geht bis in fast schon kinderliedhafte Strukturen, wie im 4. "How To", dem Karen Mantler ihre Stimme leiht. Doch gerade auch dieses Stück zeigt, dass die vordergründig simple Struktur nur Täuschung ist. Wie eine durch Schneegestöber wandernde Schar dunkler Märchengestalten erscheinen die Songs, nicht so ganz durchsichtig, aber doch romantisch anrührend und sympathisch. Spätestens im 12. Stück, der Instrumentalvariante des Titeltracks, zeigt sich die Lyrik und Melancholie der ganzen CD konzentriert in 6 Minuten. Diese Musik, dieses Album ist absolut notwendig, ein stiller Gegenpol zum Lärm des Lebens, ein Rückzugspunkt, der willkommen heißt. David Garland ist ein großer Künstler, ein genialer Komponist und Arrangeur, in dessen Musik man getrost versinken mag. Absolute Empfehlung!
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