Ivanhoe - Walk in Mindfields (Massacre Records 2005)

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Bei den deutschen Ivanhoe handelt es sich nicht, wie der mittelalterliche Bandname vielleicht suggerieren könnte, um eine klassische Power Metal-Formation, auch wenn die seit 1986 zusammenarbeitenden Musiker eine Zeit lang Andy Franck (Symphorce) in ihren Reihen zählen konnten. Nicht selten wecken die typisch europäischen Prog Metal-Stücke von Ivanhoe Reminiszenzen an Vanden Plas und Chrome Shift. Einzig die Stimme des erst kürzlich hinzugestoßenen Sängers Mischa ist etwas kantiger als das, was sonst die Runde macht. Das sonstige Grundgerüst ist zur Genüge bekannt:
Melodische, halsbrecherische Gitarrenwände, ein frecher, verspielter Bass. Lebhafte Kompositionen, oft mit Laut-Leise-Schemata versehen - wie Ivanhoe allerdings ihr ganz eigenes Ding daraus zaubern ist indes einzigartig. Die üppigen Arrangements finden auf kompaktem, vier- bis fünfminütigem Boden Platz. Sie scheinen einen stellenweise gar erdrücken zu wollen. An solchen Stellen ist aber oft Richard Seibel mit seinen wunderbar dezenten, impressionistischen Keyboardklängen zur Stelle, die vielfältiger nicht sein könnten. Orgel, Piano, sägende Leads und weiche Synthpads. Auch orientalische Klänge sind zu vernehmen, das inspirative Spektrum von 'Walk in Mindfields' scheint keine Grenzen zu kennen. Und alles behutsam in den Gesamtsound eingebettet. Bombast und Virtuosität treffen oft genug aufeinander, schütteln sich kurz die Hand und preschen weiter nach vorne. 'Scared' ist einer der herausragendsten Songs der CD, repräsentiert alle Facetten der Band, die ruhigen und die heavy-treibenden, eine tolle Symbiose, gleichwohl immer erfassbar. Die hier erschaffene Atmosphäre ist eine sehr einzigartige, sie trotzt allem Ernst der Songs und ihrer Texte, ihr Herz ist die Lyrik, die die Musik selbst ausstrahlt. Man wird nicht gezwungen, sich auf sie einzulassen, aber sie lädt einen dazu auf äußerst verlockende Weise ein. Bedauerlich, dass sie so ein frühes Ende findet - gut, 47 Minuten sind nicht allzuwenig, aber ein paar Minuten mehr hätten keinem Song geschadet. Das heißt, wenn sie auch so kreativ ausgefüllt worden wären wie die vorigen - was bei der Klasse dieser Truppe kaum zu bezweifeln wäre. Komplementiert wird die musikalische Seite von einem ansprechenden Cover. Was will man mehr? Ein Video zum Titelsong gibt's als Dreingabe, das sogar ganz nett gemacht ist.

ivanhoe-band.com

Timo




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