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Jarboe "Mahakali" (Seasons Of Mist 2008)
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Musikalische Avantgarde ist in der Tat weiblich und hört auf den Namen Jarboe. Nach zehn Tonträgern mit ihrer früheren Band Swans und zwölf Soloalben gerät "Mahakali" zum Manifest eines tonalen spirituellen Bekenntnisses, das jegliche Genregrenzen sprengt. Spröde Härten werden von melancholisch klingenden Passagen gebrochen und umgekehrt, was gewisse Parallelen zu Bands wie Sleepytime Gorilla Museum oder Devil Doll zutage treten lässt. Jarboe (Stimme, Keyboards, Sound Textures) durchlebt, ja durchleidet ihre Stücke in einer Art, die selbst den charismatischen Gesang eines Buddy Lackey zur leidenschaftslosen Grabesstimme mutieren lässt. Kali, die Schwarze, bringt die negativen Aspekte der hinduistischen Göttin Durga zum Ausdruck, welche zunächst integriert werden müssen, um sie hernach transzendieren zu können, was eine heikle Aufgabe darstellt, gleich welcher Religion man anhängt. In musikalischer Hinsicht erfährt Jarboe Unterstützung unter anderem durch Szenegrößen wie Phil Anselmo, Attila Csihar, Josh Graham sowie Cedric Victor (Bass), Colin Marston und Kevin Hufnagel (Gitarren), Vincent Signorelli und Jeff Eber (Schlagzeug), Julia Kent (Cello) oder Kris Force (Geige). Diese Tour de Force für die Ohren wird besonders unter dem Kopfhörer in einem völlig dunklen Raum zum real existierenden Horror, weil man aufgrund der sensorischen Deprivation geneigt ist, sich mit den eigenen dunklen Seiten auseinander zusetzen, die einem ganz schön zusetzen können; entsprechende innere Bilder werden jedenfalls nicht allzu lange auf sich warten lassen. Solche Klänge lassen selbst brutalste Black Metal-Scheiben zum Kindergeburtstag werden. Auf diese Weise kann Musik durchaus therapeutische Formen annehmen, wenn man die Bereitschaft mitbringt, sich vorbehaltlos auf sie einzulassen. Wer Mut besitzt, der höre!!!
thelivingjarboe.com
Frank Bender
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