Sound Storm "Twilight Opera" (Rising Records 2009)

Zampano Metal könnte man die Musik von Sound Storm nennen. Pompös und selbstbewusst (Ischä zeigä dia jeze mole, wasse isch die vollä Medall-Brädd!) tobt die Meute - Dusk (Gitarren und Orchestrierung), Sandwise (Schlagzeug und Gurgelstimme), Valerio Verderosa (Tasteninstrumente), Max (Bass) und Lestat (Klargesang und Schreikrampf) - durch die Stücke, dass es theatralischer fast nicht mehr geht, was allerdings ganz in ihrer Absicht gelegen haben dürfte, geht es bei sämtlichen Stücken inhaltlich doch um das Theater als solches. Musikalisch wird glücklicherweise nicht der übliche Italo-Dünnbrettbohrersound geboten, sondern unter häufiger Variation des Tempos und durch den Einsatz eines Streichquartetts sowie einiger Belcantostimmen eine klassisch anmutende Szenerie erschaffen, die meist atmösphärisch dicht gesetzt ist. Vor allem die Chöre sind ganz hervorragend eingebettet ins Geschehen und deren Gesangslinien als äußerst gelungen zu bezeichnen. Was mich dagegen sehr annervt, sind die übertriggerten Drums, die völlig unnatürlich klingen und gelegentlich sogar störend wirken; dieser Sachverhalt stellt ein Manko dar, das behebbar ist und für das nächste Album eine weitere Steigerungsmöglichkeit offen lässt. (Im Vergleich zur EP von 2007 ist der Band in der Tat eine enorme Steigerung gelungen.) Das texliche Sujet schreit geradezu nach einer livehaftigen Umsetzung auf der Bühne - ich bin gespannt...

myspace.com/powerofsoundstorm

Frank Bender




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