Technik



The Fool SG

Ende der 60ger war die Welt im Umbruch. Zugegeben, das ist sie eigentlich immer, aber auf musikalischer Ebene schwappte die British Blues Explosion gen Amerika und Led Zeppelin, Cream und andere zeigten den Kolonien, wo das Empire den Most holt!
Dieses hatte natürlich auch einen regen Austausch der Musiker zur Folge. Eric Clapton z.B. beschnupperte die Allmann Brothers und Zappa's Mothers Of Invention , Grateful Dead und andere.
Damit sind wir schon beim Thema.
Zu den Aufnahmen von "Disraeli Gears" schleppte Mr. Clapton neben einer Gibson Les Paul Custom Black Beauty auch eine psychedelisch bemalte 64er Gibson SG. Diese wiederum war von der niederländischen Künstlergruppe "The Fool" in ihren augenschmausigen Zustand versetzt worden. Das unsere Nachbarn aus den niederen Landen ein sehr eigenes Kunstverständnis haben, weiß man ja nicht erst seit "Focus", also die Band, nicht die Zeitschrift! Ebenso wie die Musik von Jan und Co gemahnen die Illustrationen der SG an die klassische Renaissance, eben ureuropäisch.
Jetzt sollte man ja meinen, dass da die Firma Gibson eine Replik auflegt, aber dem ist nicht so! Lieber spendiert man dem "24" Star "Kiefer Sutherland" eine Signature Gitarre!
Aber, es gibt ja noch die Firma "Vintage" um Guitar 1000sassa Trevor Wilkinson.
Zu Recht kann man sich rühmen, das von Gibson und Fender eingeführte, kostspielige Aging, bezahlbar gemacht zu haben! Neben Strat, Tele und Les Paul Ableger, hat man auch eine wunderschöne SG im Programm. Was liegt in diesem Falle näher, als Eric's bunte Braut nachzugestalten und dem Bluesman aus seiner wildesten Phase ein Denkmal zu setzen. Genau wie die 64er Fools SG ist die Vintage ein Voll Mahagoni Instrument. Hals und Korpus sind hervorragend verarbeitet. 22 Bünde, Krönchenmarker, just so wie beim Original. Auch Potis, Humbucker, Toggle und Bridge sind in den Positionen, wo sie erwartungsgemäß auch zu sein haben. Einzig die Pickuprähmchen fallen aus dem Rahmen. Zwar sind sie SG typisch schwarz, bei der Original Fool sind sie jedoch cremefarben. Auch die klassische Bridgekonstruktion weicht vom Original unverkleideten Vibrato ab, stört aber nicht weiter.
Die psychedelische Farbauftragung ist übrigens eine Handarbeit und perfekt ausgeführt.
Kommen wir zur Praxis!
Die VSG MRF, ja so heißt sie, tönt wie eine erwachsene SG. Luftiger und leichter als die Les Paul und irgendwie auch dunkler und erdiger. Klassischer Rock' n Roll halt. Natürlich erhält man hier, bei entsprechender Einstellung auch den Womantone den Clapton einst kultivierte. Schnelle Tonansprache, gesonderte Feedbackverhalten und erstklassige Bespielbarkeit zeichnen sie aus. Es ist eine wahre Freude, wie die Töne in die Obertöne gleiten und den Body angenehm mitschwingen lassen.
Diese, ihre wahren Werte, offenbart die Dame natürlich nur im Zerrmodus. Für Freunde des Kraut, Klassik, Westcoast, Psychedelic, Brit oder Southern Rock, ist die mit 1479 Euronen datierte Dame wie geschaffen. Darauf einen Strange Brew!
Vielleicht noch einen Tipp an den überaus netten Vertrieb:
Wie man in der Beat Club DVD sehen kann, haben auch Ginger Baker und Jack Bruce ihre Instrumente von den Foolkünstlern verschönern lassen. So ein Creampaket wäre doch mal was, oder?
Ob die Fool von Vintage jetzt die bessere Gibson ist, möchte ich nicht behaupten. Hoffnung, dass man die Phönix SG von Frank Zappa, die ja auch lediglich eine Kopie war, besteht allerdings und bekommt einen neuen Nährboden!




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