White Cowbell Oklahoma "Viva Live Locos - Alive at the Burg Herzberg Festival" (Slick Monkey/Herzberg Records, VÖ: 01.03.2011)

2006 ist die weiße Kuhglocke Oklahoma ins Universum eingedrungen und hat seitdem drei mordsknackfrische Hardrockalben veröffentlicht, deren nicht eines harm- oder lustlos ist, sondern eine Band präsentiert, die Energie, Spaß, Heavyness, Fun und Funk, Hardrock, Southern Rock und Blues im Blut hat. Dass die Big Rockband nicht nur im Studio fette Songs zu schreiben und spielen weiß, präsentiert sie auf dem 2011 (endlich!) veröffentlichten Monster-Livealbum "Viva Live Locos".
Bereits 2006, in den Kinderschuhen noch, stand die Bandcrew auf der Festivalbühne und brachte mit Spaß und Spielfreude ihre satten Songs unters Festivalvolk. Die Band hat Showtalent und enorme Entertainerqualitäten, kennt keine Scheu und rockt rassig, cool, scharf und, mit Verlaub, geil. Definitiv eine Band, wie die Welt sie braucht!
Stilistisch ist jede Menge 70s Kram im Bandsound aufgegangen, Mitt70er Deep Purple, Funkrock, gar und ganz amerikanischer Rocksound, Southern Rock - ironisch und hier wie dort verwandt mit den ganz Großen der Szene, Lynyrd Skynyrd, die allerdings ultrakonservativ sind, wovon diese Crew weit entfernt scheint. Die Songs sind fetzig, haben enorm Humor und Scheißegal-Attitüde. Die ganz und gar Festivalband mit verschmitztem und geradezu überbordendem Selbstbewusstsein kann heftig und zart, weiß zu improvisieren, gibt messerscharfe Gitarrensoli und -duelle zum Besten oder lässt ihren Organisten über Minuten solistische Dröhnung fabrizieren.
Beim Gasgeben springen sie von Deep Purple zu Lynyrd Skynyrd über - und nach schweißtreibender Duell-/Soloarbeit wieder zurück - in einem Ritt, ohne Pause. Die Songs sind nicht komplex, aber auch nicht zu simpel. Der Schlagzeuger donnert mit Verve und Hyperenergie nicht besonders vertrackt. Mittendrin wird es auch mal was gemächlicher, bleibt aber stets fetter, scharfer Rock'n'Roll.
Kurz: Party!
Kurz vor zuletzt gibt es noch zwei Zitate: zum einen springt "Shot A Gamblin' Man" plötzlich zu Zappas "Magic Fingers" über. Zum anderen zelebrieren die Messergitarristen mit "I Just Want To Make Love To You" den Altmeister des elektrischen Blues, Muddy Waters. Nach zweiundsiebzigeinhalb Minuten: Luftholen, sammeln und - zurück ins Schlachtfeld.
Gleich noch einmal!

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VM



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